BlogFachartikel, Interviews und Einblicke für Bio- und Naturkosmetik

NaturkosmetikCamp – Endlich! Rückblick vom Fachevent 2021

Mehr als zwei Jahre haben wir geplant. Und nun, nach einem coronabedingten Online-Camp im vergangenen Jahr und einer Verschiebung in den September, konnte das mittlerweile 7. NaturkosmetikCamp von 17. bis 19.9.2021 endlich in Präsenz unter 3G-Sicherheitsbestimmungen stattfinden. Und ja, die persönliche Begegnung war wunderbar und ist durch nichts zu ersetzen!

Gruppenfoto auf der Terrasse des Panorama Royal beim NaturkosmetikCamp 2021. Foto: Jasmin Walter Photography

Gruppenfoto auf der Terrasse des Panorama Royal beim NaturkosmetikCamp 2021. Foto: Jasmin Walter Photography

Begegnung

Wir können es selbst noch gar nicht fassen, aber das NaturkosmetikCamp 2021 fand am vergangenen Wochenende tatsächlich mit allem was dazugehört statt. Dank 3G und Hygienemaßnahmen konnten wir im Hotel Panorama Royal in Bad Häring/Tirol ein sicheres NaturkosmetikCamp in Präsenz veranstalten und eine Begegnung von Mensch zu Mensch ermöglichen. Im Juni 2020 mussten wir noch coronabedingt auf Zoom zusammenkommen. Im direkten Vergleich erkennt man klar: Auch wenn online vieles möglich ist und der fachliche Austausch gut funktioniert hat, das Networking in den Pausen und den Abendessen, die spontanen Gespräche und Begegnungen in einer realen Location, wo alle zusammen sind, ist nicht digital nachbildbar. Hier geht’s zu den vielen Momentaufnahmen in unserer Bildgalerie.

Insgesamt kamen knapp 100 Teilnehmer:innen bei strahlendem Sonnenschein zusammen und diskutierten über alles, was die Naturkosmetik so spannend macht und welche Herausforderungen uns in der Praxis begegnen – mehr dazu unter dem Punkt „Sessions“.

Endlich konnten wieder persönliche Begegnungen stattfinden. Foto: Jasmin Walter Photography

Endlich konnten wieder persönliche Begegnungen stattfinden. Foto: Jasmin Walter Photography

Als Einstimmung wurden die Teilnehmer:innen zu einer kleinen Kräuterwanderung eingeladen, wo sie einen Einblick in die Vielfalt der heimischen Flora erhielten. Bei den beiden gemeinsamen Abendessen konnten allerlei köstliche Gaumenfreuden probiert werden.

Ein besonderes Highlight war auch der Workshop „Vision Naturkosmetik 2030“. Gemeinsam mit Coach Lisa Marie Stangier wagten wir gemeinsam einen Blick in die Zukunft, fragten, welche Wurzeln und Stärken wir als Naturkosmetik haben und in welchen Bereichen wir vielleicht sogar noch was von den Konventionellen lernen können. Am Ende konnten wir sprichwörtlich über einen Zeitstrahl wandern und auf das Erreichte zurückblicken und mit viel Energie in die Zukunft schauen.

Ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft der Naturkosmetik beim Workshop. Foto: Jasmin Walter Photography

Ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft der Naturkosmetik beim Workshop. Foto: Jasmin Walter Photography

Auch beim Morgen-Qigong konnte noch einmal frische Energie für den Finaltag getankt werden. Hier leitete Hotelinhaber und ausgebildeter Qigong-Meister Peter Mayer diese Einheit bei herrlichem Wetter auf der Skyterrasse.

Clean Beauty, kleine Marken, Verpackung, Naturkosmetik-Definition, Influencer und Agenturen in Raum 1

Es ist alles andere als einfach, die Vielzahl an besprochenen Themen hier in aller Kürze zusammenzufassen. Deshalb werden wir uns auch noch in den zwei nächsten Blogbeiträgen mit den Sessions aus Raum 1 und 2 beschäftigen. Abonniert gerne unseren Newsletter, dann seid ihr bestens informiert!

In der Session von Birgit Corall, jener mit den meisten Punkten, drehte sich alles um die Unterschiede von Clean- und Green Beauty und der (zertifizierten) Naturkosmetik. Tenor war, da diese Begriffe oftmals eine größere Reichweite haben, diese auch aktiv zu besetzen und zu zeigen, welchen Stellenwert echte Naturkosmetik hat. Den kleinen Marken hat sich Elke Hockauf von Authentic Eco in ihrer Session gewidmet. Diese müssen oftmals klassische Vertriebspfade verlassen, kreativ werden und in den „digitalen Pool“ springen. In der Session von Inez Linke sowie Kirsten Gnutzmann von Oceanwell und Carolin Haverkamp von KHK, wurden sehr rege die aktuellen Möglichkeiten der nachhaltigen Verpackung diskutiert. Es hat sich bereits vieles getan und es gibt gute Möglichkeiten. Leider ist die perfekte Lösung noch nicht erfunden und auch die breite Masse der Konsument:innen oftmals zu bequem, um genauer hinzuschauen und richtig zu trennen.

In der Session von Inez Linke wurd über nachhaltige Verpackungen diskutiert. Foto: Jasmin Walter Photography

In der Session von Inez Linke wurd über nachhaltige Verpackungen diskutiert. Foto: Jasmin Walter Photography

Was ist Naturkosmetik? Auch nach vielen Jahren gibt es noch keine eindeutige Definition, die rechtlich innerhalb der gesamten EU geregelt ist. Eine Möglichkeit wäre eine EU-Kosmetikverordnung ähnlich der EU-Lebensmittelverordnung. In der Session von Sven Gehrig (WALA) wurde auch betont, wie wichtig es für die Naturkosmetik-Hersteller wäre, wenn die zwei großen Standards Cosmos und Natrue noch enger zusammenarbeiten würden – es vielleicht sogar einen gemeinsamen Weg gäbe? Über ein ebenfalls hochaktuelles Thema diskutierten Isabella Krause und Sophia Steinmetz von Naturamus. Dabei ging es um das neue Sorgfaltspflichtengesetz. Das Ziel, mehr Gerechtigkeit entlang der Lieferkette bezüglich Menschenrechte und Umwelt.

Martina Wiesenbauer-Vrublovsky, Fräulein Haircare, fragte die Teilnehmer:innen wie Cosmetic Brands besser mit Influencern zusammenarbeiten können. Diese müssen einerseits zum Markenbild passen, andererseits muss auch eine längerfristige Zusammenarbeit angestrebt werden, um sich gegenseitig kennen zu lernen und dadurch auch Potentiale entfalten zu können. Macht es Sinn, mit einer externen Marketing-Agentur zusammen zu arbeiten oder diese Aufgaben intern zu erledigen? Im Austausch während der Session von Alexandra Richter, Agentur Richter, wurde schnell klar, dass Marketing-Themen auf keinen Fall stiefmütterlich behandelt werden dürfen. Vieles kann heute inhouse erledigt werden, bei manchem braucht man aber eine/n Expert:in an der Seite.

One-Stop-Shop, innovative Rohstoffe, Transparenz, echte Schönheit, Düfte, nachhaltige Unternehmensstrategie, Tierische Rohstoffe im Raum 2

Den Beginn im Raum 2 machten Nele Ziehm von Weiling und Stephan Becker von GRN. Die beiden verwiesen auf das große Potential des Fachhandels in der aktuellen Zeit und diskutierten, wie das One-Stop-Shop-Erlebnis besser inszeniert werden kann. Naturkost und Naturkosmetik passen im Bio-Fachhandel perfekt zusammen, es fehlt aber an der Gemeinsamkeit und einer klaren Kommunikation. Bei Andrea Wingenfeld von Ashland drehte sich alles um innovative Rohstoffe. Diese müssen sowohl Interesse wecken und nachhaltig sein, aber auch ein gewisses Wirkversprechen besitzen. Glaubt man Werbung, hat man das Gefühl, es sind eh alle Kosmetik-Produkte grün. Günter Reichelt von Kosmetikanalyse diskutierte mit den Session-Teilnehmer:innen, dass wohl nur eine echte Transparenz aller Inhaltsstoffe inkl. Schadstoffe auch wirklich Klarheit für den Konsumenten bietet. Naturkosmetik ist hier klar im Vorteil und sollte das auch mehr herausstreichen.

Die Frage nach innovativen Rohstoffen stand bei Andrea Wingenfeld zur Diskussion. Foto: Jasmin Walter Photography

Die Frage nach innovativen Rohstoffen stand bei Andrea Wingenfeld zur Diskussion. Foto: Jasmin Walter Photography

Was gilt heute als schön? Wie kann man sich selbst eine gute Freundin, ein guter Freund sein um nicht Schönheitstrends hinterher zu rennen? Schareska Antequera de Friebertshäuser von amo como soy meint, dass es wichtig ist, immer wieder mal den Blick auf die eigenen schönen Merkmale zu legen – sowohl äußerlich, als auch charakterlich. Und davon besitzt jede/r reichlich. In der Duftreise von Bodo Kubartz von Passion & Consulting konnten wir alle möglichen Düfte (ätherische Öle und Naturparfums) riechen und verstehen lernen. Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie ist heute keine Option mehr, sondern ein Muss. Jedes Unternehmen muss permanent seine Prozesse anpassen um nachhaltiger zu werden, betont Sophie von Lilienfeld-Toal von GfaW in ihrer Session. Und „last but not least“ ging es um einen ganz besonderen Rohstoff. Und zwar um Lanolin, einem tierischen Rohstoff, der aus Schafwolle gewonnen wird. Bei tierischen Rohstoffen müssen klare Regeln im Hinblick auf das Tierwohl gelten und diese müssen auch nachprüfbar sein.

Alle Teilnehmer:innen können die Mindmaps zum NaturkosmetikCamp 2021 online abrufen. Danke an die Moderator:innen und Mindmapperinnen Bodo Kubartz, Janika Zahn, Melanie Almer und Caterina Saccani für euren Support!

Zukunft

Jetzt wird erstmal ganz tief durchgeatmet. Die vergangene Zeit war coronabedingt durch so viel Unsicherheit geprägt, dass wir erstmal nur froh sind, die Herausforderungen gemeistert zu haben. Wir konnten in Verbindung bleiben, 2020 online und nun in Präsenz.

Auch wenn man immer etwas verbessern kann, haben wir gezeigt, dass man auch in schwierigen Zeiten etwas Tolles auf die Beine stellen kann. Und was uns besonders stolz macht ist, dass wir beweisen konnten, dass ein offenes Format wie das NaturkosmetikCamp, genau das ist, was die Menschen heute wollen. Gestärkt mit vielen Eindrücken und eurem Feedback gehen wir aus den vergangenen zwei Jahren hervor und werden sicher weitermachen!

In einer besonderen Location und bei bestem Wetter ging das NaturkosmetikCamp 2021 über die Bühne. Foto: Jasmin Walter Photography

In einer besonderen Location und bei bestem Wetter ging das NaturkosmetikCamp 2021 über die Bühne. Foto: Jasmin Walter Photography

Danke an dieser Stelle an alle Partner, die uns beim NaturkosmetikCamp 2021 unterstützt haben. Wenn du uns in Zukunft als Partner begleiten und Teil einer offenen, gemeinschaftlichen und engagierten Community sein möchtest, komme gerne auf uns zu. Wir freuen uns, mit dir noch mehr bewegen zu können!

Wo und wann das nächste NaturkosmetikCamp stattfindet, werden wir Anfang des kommenden Jahres über unseren Newsletter verkünden!