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Welche Chemikalien können in meiner Creme sein? Dr. David Hauck über Kontaminanten in der Natur-(Kosmetik)

Als Wissenschaftler und Foscher im Bereich von ätherischen Ölen und Naturkosmetika sowie als Gründer einer Naturkosmetik-Marke ist Dr. David Hauck Experte auf dem Gebiet der Inhaltsstoffe von (Natur-)Kosmetik. Aus diesem Grund hat er auch in seiner Session beim NaturkosmetikCamp die Frage gestellt: „Welche Chemikalien können in meiner Creme drin sein?“. Im Interview gibt er noch einmal einen kleinen Einblick und verrät, welche Verpackung am besten geeignet ist, damit keine Fremdstoffe aus dieser ins Produkt migrieren.

David Hauck stellte in seiner Session die Frage, welche Kontaminanten in Naturkosmetik vorkommen können. Foto: Adobe Stock/Elena Abrazhevich

David Hauck stellte in seiner Session die Frage, welche Kontaminanten in Naturkosmetik vorkommen können. Foto: Adobe Stock/Elena Abrazhevich

In deiner Session habt ihr über Kontaminanten in der Natur- und Biokosmetik gesprochen. Welche chemischen Rohstoffe kommen dort häufig vor und welche sind deiner Meinung nach kritisch bzw. unkritisch?

Es kommen häufig die bekannten Pestizide vor, wie zum Beispiel Orthophenylphenol das wir von der Deklaration bei Orangen im Supermarkt kennen. Des Weiteren Weichmacher und Mineralölderivate aus Recyclingmaterial. Jedes ist auf seine Art kritisch. Schwierig ist es natürlich, wenn man Rückstände von verbotenen Pestiziden hat wie zum Beispiel das aktuell verbotene Chlorpyrifos. Ein in der EU ganz frisch verboten Pestizid, welches ein Nervengift für Menschen sein kann.

Bio-Qualität ist definitiv besser ist als nicht-bio. Es ist allerdings nicht immer ganz einfach, reine Bio-Rohstoffe zu erhalten. Hast du Tipps und Empfehlungen, wie man dennoch gut an Bio-Qualität gelangt und worauf ist besonders zu achten?

Für den Konsumenten ist das reine Vertrauenssache. Er muss in die Marke Vertrauen haben. Sonst hat er keine Möglichkeit, dies zu analysieren. Auch Labels und Siegel geben hier keine vollwertige Sicherheit.

Für den Hersteller ist eine nachhaltige und konsequente Einkaufspolitik mit einer eigenen Qualitätskontrolle wichtig. Das bedeutet, dass das eigene Labor noch einmal die Analysen des Lieferanten bestätigen muss.

Auch die Verpackung wirkt sich auf die Qualität und Wirkstoffe des Naturkosmetik-Inhalts aus. Welche Verpackungsmaterialen sind hier als problematisch einzustufen und warum? Und welche kannst du empfehlen?

Grundsätzlich können Fremdstoffe aus der Verpackung in das Produkt migrieren. Dies kann zu Herausforderungen führen. Überall wo Kunststoffverpackungen vorhanden sind, muss man auch immer die Weichmacher als Fremdstoff im Blick haben. In allen recycelten Kartonagen die Mineralölrückstünde. Besonders zu empfehlen ist daher Braunglas, denn Glas ist ein inertes Material mit optimaler Barriere-Eigenschaft. Wenn es braun ist, schützt es zusätzlich noch vor den Folgen des Sonnenlichtes.

Dr. David Hauck im NaturkosmetikCamp-interview. Foto: Hauck

Dr. David Hauck im NaturkosmetikCamp-interview. Foto: Hauck

Du bist auch Mitglied in forschenden dermatologischen Gesellschaften. Was sind die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Kontaminanten in Naturkosmetik und woran wird gerade besonders eifrig geforscht?

Es werden immer mehr Kontaminanten in den Fokus kommen. Endogene aus den Rohstoffen wie zum Beispiel Alkaloide und hormonaktive Stoffe, aber auch exogene wie Pestizide und Mineralölrückstände.

Vielen Dank, David Hauck, für deine Antworten und deine Session beim Online-NaturkosmetikCamp 2020.