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Tipps für Kosmetik-Institute und Spas zur Absicherung und Vorbereiten für die Zeit nach der Corona-Krise

Welche Maßnahmen ihr Kosmetik-Institut oder Spa aktuell setzen sollt bzw. könnt, um euch für die Zeit nach der Krise abzusichern, verrät Elke Korn-Markl in diesem Artikel. Die ehemalige Marketingleiterin und nunmehrige Naturkosmetikerin und Entspannungstherapeutin gibt auch hilfreiche Tipps und kreative Vorschläge, um die derzeitige herausfordernde Zeit möglichst effektiv zu nutzen und sie so gut wie möglich zu überstehen. So bieten so herausfordernde Zeiten wie jetzt auch immer Platz, neue Möglichkeiten und Tools auszuprobieren.

Auf Grund der Corona-Krise bleiben derzeit auch Spas und Kosmetik-Institute geschlossen. Foto: Elke Korn-Markl

Auf Grund der Corona-Krise bleiben derzeit auch Spas und Kosmetik-Institute geschlossen. Foto: Elke Korn-Markl

Corona stellt uns vor völlig neue und ungeahnte Herausforderungen. Haben wir zu Beginn der Corona-Krise noch gehofft, das Thema mit zusätzlichen Hygienemaßnahmen irgendwie umgehen zu können, so wurden wir mittlerweile eines Besseren belehrt. Wer hätte sich je vorstellen können, dass wir unsere Institute, Studios und Spas schließen müssen? Kund*innen bleiben aus, Umsätze brechen weg. Auf der anderen Seite müssen wir Personal, Miete etc. bezahlen und von irgendetwas leben. Die Folge sind massive Liquiditätsprobleme und die damit verbundenen Existenzängste, auch wenn die angeordneten Maßnahmen sicher absolut richtig und notwendig sind.

Jetzt absichern, damit es nachher weitergeht

Wir sollten uns daher bewusst machen, dass es eine Zeit nach der Krise geben wird. Auch die Corona-Pandemie wird irgendwann überstanden sein – auch wenn noch niemand vorhersagen kann, wann das der Fall sein wird. Unsere Kund*innen werden unsere Leistungen dann um so lieber wieder in Anspruch nehmen.

Bis dahin sind zunächst verschiedene Maßnahmen notwendig, um uns in dieser existenzbedrohenden Situation abzusichern:

  • Kurzarbeitsgeld für Mitarbeiter*innen beantragen (Ansprechpartner: Arbeitsamt)
  • Steuer- / Gewerbesteuerstundung (Ansprechpartner: das örtliche Finanzamt)
  • Steuervorauszahlungen (Gewerbesteuer) für das laufende Jahr senken oder ganz aussetzen. (Ansprechpartner: Steuerbüro / Gemeinde)
  • Krankenkassenbeiträge dauerhaft senken (Ansprechpartner: die jeweilige Krankenkasse)
  • Soforthilfe beantragen
  • Umsatzausfallversicherung informieren (so man das Glück hat, eine zu haben)
  • Kredit (mit KfW-Absicherung) über die Hausbank
  • Mietkosten stunden lassen (mit dem Vermieter sprechen)

Bei all diesen Maßnahmen unterstützt euch euer Steuerbüro.

Mit den Kund*innen in Kontakt bleiben

Besonders gefragt sind jetzt, neben Hoffnung und Zuversicht, auch unternehmerisches Denken und kreative Ideen, um diese Zeit zu überstehen und um nach der Pandemie wieder richtig durchstarten zu können.

Kommunikation ist ein Muss

Gerade in Krisenzeiten ist eine schnelle und ehrliche Kommunikation essenziell. Ganz egal, über welches Format ihr eure Kunden erreicht. Wichtig ist, in Kontakt zu bleiben. Ausnahmesituationen wie diese erfordern Ausnahmelösungen und ausgefallene Maßnahmen. Entdeckt euer kreatives Potential!

Tipps für die Onlinepräsenz

  • Webseite auf den neuesten Stand bringen
  • Social Media Präsenz z.B. bei Facebook und Instagram prüfen sowie Themen überlegen, die ihr posten könnt.
  • Webshop einrichten oder aktualisieren. Einen eigenen Webshop einzurichten ist gar nicht so schwer. Baukastensysteme wie WIX, Strato oder Jimdo bieten fertige Lösungen an, die für einen überschaubaren Produktumfang völlig ausreichen. Ihr könnt aber auch Verkaufsplattformen wie amazon oder ebay nutzen. Sprecht im Vorfeld auch mit eurem Programmierer. Vielleicht hat er ja die eine oder andere gute Idee, die sich schnell und kostengünstig umsetzen lässt?
  • Bestell-Service anbieten. Auch wenn ihr keinen Webshop habt oder einrichten möchtet, könnt ihr euren Kund*innen anbieten, Produkte bei euch zu bestellen. Diese könnt ihr versenden oder selbst ausliefern (Lieferdienste sind erlaubt).
  • Vlogs (Video Blogs) & Webinare: Nutzt z.B. YouTube für eure Videos oder erarbeitet Webinare (kostenfreies oder kostenpflichtiges Online Seminar z.B. über edudip, Zoom, GoToWebinar). Hier könnt ihr Tipps zur Pflegeroutine oder auch Anleitungen zum Selbermachen (z.B. für Bio-Desinfektionsmittel) teilen. Die Produkte oder Einzelkomponenten könnt ihr dann wiederum zum Bestellen anbieten. Diese Maßnahmen sind zwar aufwändig, eignen sich aber hervorragend zur Kundenbindung und Neukundengewinnung.
  • Einfacher ist es, entsprechende Fotos, Anleitungen oder Rezepte auf der eigenen Webseite/Social Media zu posten. Als Beispiel:
    – Bald ist Ostern: Stellt passende Produkte zu Geschenk-Sets zusammen.
    – Für ätherische Öle bieten sich besonders viele Möglichkeiten und schöne Rezepte an, von der antiviralen Mischung für Hand-Desinfektionsmittel, Desinfektionstücher bis zum Gute-Laune-Raumspray.
  • Individuelle Onlineberatung anbieten. Eine Hautsprechstunde oder Hautanamnese über Skype, Facetime, Zoom, GoToMeeting etc. ist eine weitere Möglichkeit mit Kund*innen in Kontakt zu bleiben und individuell abgestimmte Pflegeprodukte anzubieten.
  • Bittet Eure Kund*innen um positive Bewertungen, z.B. bei Google. Das bringt aktuell „nur“ eine moralische Unterstützung, kann aber nach der Krise helfen, neue Kund*innen zu generieren.
Mit einigen Maßnahmen kann man sich auf die Zeit nach der Krise vorbereiten. Foto: Elke Korn-Markl

Mit einigen Maßnahmen kann man sich auf die Zeit nach der Krise vorbereiten. Foto: Elke Korn-Markl

Was ich sonst noch machen kann…

Termine verschieben (nicht stornieren!) oder bestehende Termine in Gutscheine umwandeln.

Wenn ihr Abos anbietet oder kosmetische Treatments mit mehreren Sitzungen, nehmt Kontakt mit euren Kund*innen auf, besprecht wie es weitergeht und meldet euch mit neuen Terminvorschlägen, sobald absehbar ist wann ihr wieder öffnen dürft.

Jetzt Gutscheine verkaufen

Das bringt sofortige Liquidität und einen gefüllten Terminkalender nach der Krise.

Werbemaßnahmen und Budgets anpassen

Wer bezahlte Werbung beauftragt hat, sollte diese jetzt auf Termine und Inhalte prüfen. Antizyklische Werbung (die marketingtechnisch durchaus sinnvoll sein kann) können sich kleine Institute nicht erlauben. Verbraucht also nicht unnötig euer Budget und verschiebt diese Maßnahmen, wenn es geht, auf später. Auch könnt ihr die Zeit jetzt nutzen, um zu prüfen, welche bisherigen Maßnahmen erfolgreich waren.

Freie Zeit sinnvoll nutzen und Geschäftsmodell überprüfen

Einige Fragen, die es sich lohnt, jetzt zu stellen sind: Was ist meine Klientel, bzw. welche Kunden möchte ich erreichen und sind meine Behandlungen darauf ausgerichtet? Wo liegen meine Stärken? Was ist meine Kernkompetenz? Was ist mein Alleinstellungsmerkmal? Stimmt meine Kalkulation/meine Preise?

Weiterbilden, optimieren, aufräumen

Jetzt können wir uns umschauen, was andere machen, also Benchmark betreiben oder auch einen Aktionsplan für den Rest des Jahres erstellen. Hier einige Beispiele:

  • Fortbildung: Bin ich auf dem neuesten Stand was Behandlungen angeht? Was möchte ich dazulernen und welche Anbieter gibt es?
  • Preise & Verträge prüfen: Wo habe ich möglicherweise ungünstige Konditionen? Kann ich den Stromanbieter wechseln z.B. zu Ökostrom? Wo kann ich Kosten reduzieren?
  • Fixkosten senken: Während der Schließung: alle Geräte, die Strom brauchen ausschalten & Heizung zurückdrehen.
  • Büroarbeit: Büro auf Vordermann bringen und die Steuererklärung machen.

Vielen Dank, liebe Elke Korn-Markl, für diesen hilfreichen Beitrag und den kreativen Anregungen in dieser herausfordernden Zeit.