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„Ich mag Veränderung!“, Kosmetikerin Christiane Eder über Naturkosmetik und ihre neue Gemeinschaftspraxis

Die Wiener Kosmetikerin Chrisitane Eder beschäftigt sich nicht nur in ihrer Praxis sondern auch privat intensiv mit Naturkosmetik. Im Interview verrät sie, warum sich ihr Umzug in eine Gemeinschaftspraxis gelohnt hat und warum sich Veränderung positiv auf die Qualität auswirken kann. Außerdem gibt sie einen Einblick in die Auswahlkriterien ihrer Naturkosmetikprodukte und erzählt, wie sich die Anforderungen der Kund*innen in den letzten Jahren verändert haben.

Kosmetikerin Christiane Eder beschäftigt sich intensiv mit Naturkosmetik. Foto: Eder

Kosmetikerin Christiane Eder beschäftigt sich intensiv mit Naturkosmetik. Foto: Eder

Du bist nach 11 Jahren am Schwedenplatz in eine Gemeinschaftspraxis im 1. Wiener Gemeindebezirk gezogen. Was waren die Gründe für den Umzug?

Der wichtigste Grund war, dass ich Veränderungen mag. Nichts zu verändern verbinde ich mit Stillstand und Alltagstrott, auch mit Langeweile. In Bezug auf meine Arbeit bedeutet das meiner Meinung nach, dass die Qualität der Arbeit mit der Routine abnimmt. Mit meinem Ortswechsel wollte ich das vermeiden und frischen Wind für mich und meine Kund*innen bringen. Am Anfang wusste ich noch nicht, wo mich mein Veränderungsdrang hinführen würde. Von Kosmetik auf einem Kreuzfahrtschiff bis zur Medizin- und Schönheitschirurgie war für mich vieles möglich. Doch manchmal liegt das Gute näher als gedacht: Eine Freundin bot mir an, in ihre Kosmetik-Institutsgemeinschaft zu übersiedeln. Das nahm ich an. Die Zeit war reif.

Was sind für dich die Vorteile am gemeinsamen Arbeiten?

Einerseits arbeiten meine Kollegin und ich mit verschiedenen Kosmetikprodukten. Dadurch ergänzen wir uns und können die Vielfältigkeit der Marken als Angebot für unsere Kund*innen jeweils nahezu verdoppeln. Andererseits gehören Weiterbildungen für uns beide wie selbstverständlich dazu – und davon profitiert die jeweils andere. Wir streben beide an, am Stand der Dinge zu sein. Das gelingt zu zweit leichter. Am selben Ort erfolgt der fachliche Austausch spontan und unkompliziert, wir erfahren rascher über Neuigkeiten in der Branche.

Kolleg*innen sind für mich also stets Bereicherung, nicht Konkurrenz.

Außerdem ist es ansteckend, wenn man miterlebt, dass auch in der Nebenkabine mit viel Freude und Spaß gearbeitet wird.

Auf was legst du als Kosmetikerin bei deinen Produkten besonderen Wert und was schätzt du im Besonderen an Naturkosmetik?

Bei meiner Auswahl der Produkte suche ich nach etwas Besonderem. Das kann ein besonderer Inhaltsstoff sein, ein besonderes Behandlungskonzept, oder eine außergewöhnliche Person, die ihr ganzes Wissen in die Produkte verpackt. Außerdem lege ich Wert darauf, dass die Marken intensive Produkt- und Praxisschulungen anbieten und dass es Produkte sind, die man nur in ausgewählten Instituten erhält.

Bei der Wahl der Naturkosmetikprodukte erwarte ich mir zusätzlich sorgfältige und nachhaltige Auswahl der Rohstoffe und das bereitwillige Angebot, Firmen und Produktionsstätten besichtigen zu können. Ich nehme das regelmäßig in Anspruch und kann so meinen Kund*innen ehrlich und glaubwürdig bestätigen, dass meine Naturkosmetik höchsten Qualitätskriterien entspricht.

Was macht für dich ein gelungenes Spa-Treatment aus?

Ein gelungenes Spa-Treatment braucht eine exakte Beratung. Durch genaues Fragen und Zuhören zu Beginn der Behandlung versuche ich die Bedürfnisse der Kund*innen zu erfahren, die in diesem Moment und heute im Vordergrund stehen. Eine gelungene Behandlung passt sich an und kann Tag für Tag variieren: Sie ist so unterschiedlich, wie auch jede/r einzelne Kund*in und jede Tagesverfassung.

Hat sich deiner Meinung nach der/die Kosmetik-Kund*in in den letzten 10 Jahren verändert? Wenn ja, was ist den Kund*innen heute wichtig?

Ja und nein. Was sich nicht verändert hat, sind die Bedürfnisse, die im Laufe des Lebens als Themen an die Kosmetikerin herangetragen werden. Das sind im Teenager-Alter die unreine Haut, später die Sorge mit den ersten Fältchen oder Pigmentstörungen, danach schlaffe, irritierte Haut und später geht es stark darum, sich einfach fallenlassen zu können in vertraute, umsorgende Hände.

Vielfältiger wurden aber die Blickwinkel und die Unterschiedlichkeit der Herangehensweise der Kund*innen an diese Themen. Die einen sind beispielsweise medizinischen Beauty-Eingriffen gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen, andere lehnen das strikt ab. Die einen suchen nach Alternativen zum Schminken und fragen nach innerem Strahlen. Für wieder andere stehen Fragen zum Zusammenhang mit Ernährung im Vordergrund. Das fordert meiner Profession viel ab.

Eine Veränderung hat auch das Internet gebracht. Online-Shopping und ausführliche Produktinformation gibt es nun auch mit einem Klick.

Aber auch die Anforderungen an Kosmetikbehandlungen sind gestiegen. Früher haben wir jahrelang bei Kund*innen dieselbe Behandlung gemacht, das ist heutzutage die Ausnahme. Ein/e Kosmetikkund*in möchte heute während einer Behandlung etwas erleben. Oft beinhaltet das mehr als die klassische Gesichtsbehandlung. Kreativität und Variantenreichtum, Miteinbeziehen von mentalen und körperlichen Aspekten in die Behandlung werden heute mehr geschätzt. Und damit bleibt es spannend.

Vielen Dank, liebe Christiane Eder, für das Gespräch und weiterhin viel Freude in deiner neuen Praxis!