BlogFachartikel, Interviews und Einblicke für Bio- und Naturkosmetik

Inklusion, Neuseeland, Luxus. 3 Fragen an Birgit Corall von cobicos

Birgit Corall, die Gründerin der Marke cobicos, setzt sich für die Inklusion von Menschen mit besonderen Bedürfnissen ein. Wir haben mit der engagierten Power-Frau darüber gesprochen, wie man Mut machen kann, aber auch was für sie persönlich Luxus bedeutet.

3 Fragen an Birgit Corall von cobicos. Foto: cobicos

3 Fragen an Birgit Corall von cobicos. Foto: cobicos

1. Inklusion: Dir liegt die Inklusion von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sehr am Herzen. Kannst du hier aus deiner Praxis erzählen und auch anderen Unternehmen Mut machen?

Ja, genau. Inklusion wird häufig als Problem dargestellt und das ist es nicht. Die ersten Erfahrungen habe ich mit 2 gehörlosen Mitgliedern aus meinem Rennradverein. Das läuft super, jeder weiß, was wichtig ist. Wir schicken z. B. keine Sprachnachrichten. In meiner Firma ist es genauso unkompliziert. Es hatte sich eine Bekannte um einen Job beworben. Ich wusste, dass sie Knochenkrebs hatte und einen steifen Fuß zurückbehalten hat. Das war aber bei der Einstellung kein Kriterium. Es ging um die Aufgabenstellung, Bereitschaft zur Weiterbildung, Arbeitszeiten, Teamfähigkeit usw. Wir haben dann im Alltag gesehen, was wir als Erleichterung für sie im Büro anpassen können.

Wir haben mittlerweile den 2. höhenverstellbaren Schreibtisch und spezielle Matten in dem Bürobereich, wo viel gestanden wird. Bei unserer anderen schwerbehinderten Mitarbeiterin ist die Lage komplizierter, da sie nach 2 Hirnblutungen motorisch eingeschränkt ist und einen ruhigen Arbeitsplatz benötigt. Aber auch das war möglich. Ich schätze vor allem, dass alle im Team ein unglaublich gutes Miteinander haben. Wir empfinden unser Team als Bereicherung und der Produktivität schadet die Inklusion nicht. Der Erfolg gibt uns recht.

2. Neuseeland: Wie bist du dazu gekommen, die Marke Living Nature nach Deutschland zu bringen?

Die Geschichte, wie Living Nature von Neuseeland nach Deutschland kam. Foto: cobicos

Die Geschichte, wie Living Nature von Neuseeland nach Deutschland kam. Foto: cobicos

Das ist eine etwas längere Geschichte. Die kann man gerne auf der Living Nature-Website in ganzer Länge lesen. Die kurze Version ist, dass ich nach meiner Ausbildung in Frankfurt eine neuseeländische Freundin hatte. Sie erzählte mir von den wunderbaren Handwerksprodukten und Designartikel. Sie ging zurück nach Neuseeland. Wir haben dann 3 große Weihnachtsausstellungen in München mit Neuseeländern organisiert. Living Nature war auch schon dabei. Nachdem ich mit dieser Pflege meine trockene und irritierte Haut reguliert habe, bin ich nach meinem Studium dabei geblieben.

3. Luxus: Mit deiner eigenen Naturkosmetik-Marke cobicos verbindest du Luxus mit Natur. Was bedeutet für dich persönlich Luxus und ist die Zeit reif, dass die Gesellschaft Luxus neu denkt?

Auszeichnung als familienfreundlicher Betrieb. Foto: cobicos

Auszeichnung als familienfreundlicher Betrieb. Foto: cobicos

Zeit für Familie und Freunde ist ein ganz großer Luxus und ich versuche immer, ausreichend Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. Im Materiellen ist Luxus für mich die Reduktion auf das Wesentliche. Wenige, gute und hochwertige Produkte – egal ob Möbel, Bekleidung und eben auch Pflege. Es ist ausreichend, einige gute, natürliche, effektive und auf die Haut abgestimmte Produkte zu haben.

Außerdem mache ich mir viel Gedanken um die Verpackung. Sie muss schön, praktisch und vor allem umweltfreundlich sein. Diese drei Parameter passen aber nicht wirklich zusammen. Ich habe mich daher für eher große Abfüllungen entschieden um somit bei einigen Produkten von cobicos auf eine Umverpackung verzichten zu können.

Ja, jeder sollte Luxus für sich definieren und vielleicht merkt man, dass Weniger Mehr ist.

Vielen Dank, Birgit Corall, für die Einblicke in dein Unternehmen und dem Umgang mit Inklusion sowie deiner Definition von Luxus.