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Status quo Facebook. Offene Diskussion & Lagebesprechung zum Social Media-Riesen.

Obwohl das NaturkosmetikCamp im Juni 2018 und somit auch die Session „Stirbt uns Facebook weg?“ schon ein Weilchen her ist, ist dieses Thema nach wie vor präsent. Wir wissen alle, Facebook ist nicht mehr das soziale Netzwerk, das es mal war. Aus unternehmerischer Sicht können gewünschte Ziele oft nicht mehr erreicht werden, auch wenn Postings beworben werden. War’s das also mit Facebook?

Stirbt uns Facebook weg? Lagebesprechung zum Social Media-Riesen. Foto: Fotolia/Brad Pict

Stirbt uns Facebook weg? Lagebesprechung zum Social Media-Riesen. Foto: Fotolia/Brad Pict

Beim vergangenen NaturkosmetikCamp haben wir uns die aktuelle Lage von Facebook mal genauer angeschaut und konnten so spannende und konkrete Entschlüsse ziehen. In diesem Beitrag möchte ich euch eine kleine Zusammenfassung der gesammelten Ergebnisse aus der Session geben.

Fangen wir von vorne an: Welche Zielgruppe bewegt sich aktuell auf Facebook?

Gleich zu Beginn der Session haben wir festgestellt, dass eher die Generation ab 40 Jahren auf Facebook sehr aktiv ist. Sie sehen ihren Vorteil darin, dass alle Tools, wie z.B. Fotos, Videos oder News auf einer Plattform vorhanden sind.

Die jüngere Generation, von ca. 20-30 Jahren, hingegen bevorzugt die Abwechslung und bewegt sich eher auf spezifischen Plattformen. Bei der Fotosuche kommt so Instagram und Pinterest zum Einsatz, bei Videos YouTube und um sich einen kurzen Überblick zu verschaffen, was sich in der Welt so tut, nutzt man Twitter.

Was funktioniert auf Facebook weiterhin gut, um unsere Zielgruppe abzuholen?

Auf diese Frage war neben den Events auch die Gruppen eine Antwort. Anders wie auf der klassischen Firmenprofil-Seite kann man hier mit geführten Diskussionen viele User „catchen“ und zum mitdiskutieren bewegen. Gruppen sind auch wichtig für den Austausch mit Gleichgesinnten, wie z.B. der Naturkosmetik-Branche. So gibt man den Usern beispielsweise die Möglichkeit, in einer geschlossenen Runde über aktuelle Trends zu diskutieren oder auch Probleme klar auszusprechen.

Die Facebook-Gruppe ist eine Möglichkeit, sich eine Fan-Gemeinde aufzubauen indem man die Zielgruppe persönlich anspricht und zeigt, dass man sich für sie interessiert.

Kann man als Firma heute überhaupt noch auf Facebook verzichten oder gibt es echte bessere Alternativen?

Eine echte Alternative zu Facebook gibt es aktuell noch nicht. Unabhängig davon fühlt man sich heutzutage als Unternehmen jedoch fast schon gezwungen, Facebook zu betreiben, um nicht von der Bildfläche zu verschwinden oder von der Konkurrenz verdrängt zu werden. Doch wie oben bereits erwähnt, kommt es stark auf die Zielgruppe an, ob für ein Unternehmen andere ähnliche Alternativen wie Instagram, YouTube & Co. oder vielleicht sogar LinkedIn überhaupt in Frage kommen.

NaturkosmetikCamp 2018, Session "Stirbt uns Facebook weg? Lagebesprechung zum Social Media Riesen" mit Anna Breitinger. Foto: NKC/Jasmin Walter Photography

NaturkosmetikCamp 2018, Session „Stirbt uns Facebook weg? Lagebesprechung zum Social Media Riesen“ mit Anna Breitinger. Foto: NKC/Jasmin Walter Photography

Tatsächlich gibt es auch einzelne Unternehmen, die bewusst auf Facebook verzichten. Ein Beispiel ist die „Grüne Erde“ – ein Onlineshop, welcher ökologische Produkte wie Massivholzmöbel, Heimtextilien, aber auch Öko-Mode und Naturkosmetik anbietet. Sicher, Grüne Erde ist ein etabliertes Unternehmen mit einem sehr loyalen Kundenkreis. Die Frage ist, ob sich das auch ein junges Unternehmen leisten kann?

Doch wie betreibt man Facebook nun „richtig“ und zielführend?

Jemand in der Session hat es so formuliert: „Jeder muss sein eigenes „richtig“ finden.“ 1) Als Firma sollte man sich als allererstes einen Überblick verschaffen, wo sich die Zielgruppe überhaupt aufhält. 2) Dann sollte man sich überlegen, mit was man die Community „füttern“ möchte und vor allem 3) selektieren, welche Inhalte wichtig sind.

Es zählt: Qualität vor Quantität.

Lieber weniger Plattformen durchdacht und kontinuierlich bespielen, als auf allen Ebenen ein bisschen mitmischen. Die Follower des Firmenprofils merken, wenn eine Seite authentisch und mit Spaß geführt wird.

Resümee: Stirbt uns Facebook nun weg?

Hier war die Antwort recht eindeutig: Nein, Facebook wird uns noch nicht wegsterben und ist aktuell aus der Kommunkation nicht wegzudenken.

Für viele User hat sich die Social Media-Plattform in den letzten Jahren ins Negative entwickelt. Sie ist komplizierter in der Handhabung geworden und vor allem kleine Firmen tun sich schwer, ihr Firmenprofil zu finanzieren, da jede Anzeige beworben werden muss, um überhaupt die Fans zu errreichen. Man wünscht sich also wieder mehr Leichtifkeit und vor allem mehr „social“.

Ich bin sehr gespannt, wie sich dieses Thema weiterentwickeln wird oder ob es tatsächlich bald neue Alternativen geben wird. We will see!