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Was wünscht sich die Naturkosmetik-Branche vom NaturkosmetikCamp?

Beim vergangenen NaturkosmetikCamp im Juni haben wir als Veranstalter in einer Session ganz offen gefragt, was sich die Naturkosmetik-Branche vom NaturkosmetikCamp eigentlich wünscht? Heute möchte ich diese Antworten etwas clustern und darstellen. Danke an alle Teilnehmer*innen für das sehr wertvolle Feedback!

Was wünscht sich die Naturkosmetik-Branche von einer offenen Ideenwerkstatt wie dem NaturkosmetikCamp? Foto: NKC/Jasmin Walter Photography

Was wünscht sich die Naturkosmetik-Branche von einer offenen Ideenwerkstatt wie dem NaturkosmetikCamp? Foto: NKC/Jasmin Walter Photography

1) Was wünscht ihr euch ganz konkret für das nächste NaturkosmetikCamp?

Fünfmal haben wir das NaturkosmetikCamp bereits veranstaltet. Nun wollten wir von den Teilnehmer*innen wissen, was sie sich ganz konkret für die 6. Ideenwerkstatt wünschen, welche im Juni 2020 stattfindet. Zum Glück gab es hier auch jede Menge positives Feedback: So wird das BarCamp-Konzept generell sehr gut bewertet. Auch die rege Diskussion in den 60-minütigen Sessions wird als sehr konstruktiv befunden. Dank dem Mindmapping sind die Ergebnisse der Sessions nun viel übersichtlicher als bei den ersten Camps. Auch das Motto, in diesem Jahr „Farbe bekennen“, hat viele Teilnehmer*innen dazu inspiriert, eigene Themen einzureichen.

Wo haben sich die Teilnehmer*innen nun Verbesserungen gewünscht? Als wichtigster Punkt wurde die zentrale Lage genannt. Klar, hier kam auch schnell das Gegenargument, was heißt „zentrale Lage?“. Aber sicher, ein ICE-Bahnhof, wie z.B. in Fulda, wo das SpaCamp 2018 stattgefunden und auch das BiolebensmittelCamp 2019 stattfindet, wäre schon toll. Durch die Session konnte auch ein Bewusstsein geschaffen werden, dass es gar nicht so einfach ist, die ideale Location zu finden: ein Hotel mit tollem Spa, großer Zimmeranzahl und Kongressfläche, das aber auch den Nachhaltigkeitsgedanken, am besten ganzheitlich, beherzigt. Ich kann hier nur sagen, wir bleiben dran! Danke an dieser Stelle an alle, die uns wertvolle Tipps geben können! Wir freuen uns über eure Nachrichten.

Was auch noch diskutiert wurde: zwei statt drei parallele Sessions und vielleicht eine Keynote, die mehr aus der Naturkosmetik kommt. Wobei ich hier dazu sagen möchte: es ist manchmal auch gut und wichtig, Anstöße zu bekommen, die über den Tellerrand blicken lassen. Vor allem, weil die Sessions sich ja sowieso primär um die Naturkosmetik drehen.

2) Sollen wir den Themeneinreich-Modus weiter optimieren? Und wenn ja, wie?

Grundsätzlich gab es, wie bereits angedeutet, ein überwiegend positives Feedback zum Session-Modus. Warum aber sind dann trotzdem so viele eher zögerlich, selbst ein Thema einzureichen? Hier wurde die Unsicherheit genannt. Man wisse nicht, was auf einen zukommt. Klar, hier kann man nicht alles planen, weil man ja auch keinen Vortrag einreicht, sondern nur Fragen. Hier ist eine große Portion Vertrauen notwendig. Es wird alles gut und wir lassen euch nicht im Stich.

Ein zweiter Einwand war: „Ich bin kein guter Redner/Speaker“. Ich kann es nicht oft genug betonen: Hier geht es um lockere Gespräche und Diskussionen, nicht darum, Input perfekt aufbereitet, zu liefern, sondern Fragen zu stellen. Und Fragen hat jeder. Außerdem unterstützt euch ein(e) Moderator*in vor Ort. Auch die Einreichung zu zweit ist möglich.

Dann gibt es noch die Angst, nicht gewählt zu werden. Aber ist diese Angst wirklich berechtigt? Das ist Teil eines jeden Camps und auch nicht schlimm. Auch im wahren Leben läuft nicht alles immer nach Plan. Eine Teilnehmerin hat gemeint, man sollte das einfach sportlich nehmen und auch Positives daraus ziehen. Vielleicht war es ein Nischenthema? Das nächste Mal versucht man es einfach mit etwas anderem.

3) Was wünscht ihr euch vom NaturkosmetikCamp als Online-Plattform?

Session vor Ort beim NaturkosmetikCamp 2018 im Landgut Stober in Brandenburg. Foto: NKC/Jasmin Walter Photography

Session vor Ort beim NaturkosmetikCamp 2018 im Landgut Stober in Brandenburg. Foto: NKC/Jasmin Walter Photography

Hier wurde sehr rege der eigene NaturkosmetikCamp-Blog diskutiert. Auch wenn manche den (subjektiven) Eindruck haben, dass dieser nicht so viel genutzt wird, finden die Teilnehmer*innen ihn dennoch gut, aus folgenden Gründen:

  • Als Archiv sehr wertvoll.
  • Qualität konnte gesteigert werden, aber auch klar, dass das viel Ressourcen kostet. Daher weniger ist mehr und zwei Artikel pro Monat sind völlig ok.
  • Dass die Themen der Sessions hier vertieft werden, ist sicher auch weiterhin sinnvoll.
  • Cool sind immer auch Gast-Autor*innen.

Kurz wurde auch über Podcasts diskutiert, allerdings auch eingestanden, dass diese noch zeitintensiver sind.

Um Aufmerksamkeit zu erzielen, ist es wichtig, Themen zu teilen. Wie? Über Newsletter und auch Facebook ist natürlich auch weiterhin ok. Daneben könnte man vielleicht die Xing-Gruppe wiederbeleben. Eine LinkedIn-Gruppe wäre ebenfalls denkbar oder vielleicht auch eine Facebook-Gruppe? Wir bleiben dran. Für eine gemeinsame Plattform ist es von enormer Bedeutung, dass Blogbeiträge von euch geteilt werden. Alleine können wir das langfristig nicht stemmen.

4) Wie schaffen wir, vielleicht gemeinsam, einen noch besseren Teilnehmer-Mix?

Klar, mehr Kosmetik-Institute, Spa-Manager*innen und Wellness-Hotels wären schön. Sicher, an diese Zielgruppe richtet sich auch das hauseigene SpaCamp, dennoch wurde auch nochmal darauf hingewiesen, dass man beim NaturkosmetikCamp viel tiefere Einblicke in Naturkosmetik-Themen bekommen, was beim SpaCamp so nicht möglich wäre. Gut fanden die Teilnehmer*innen, dass das Hersteller- und Berater-Kontingent auch weiterhin gedeckelt bleibt. Daran werden wir auch nicht rütteln.

Woran kann es sonst noch scheitern? Es gibt schon sehr viele Veranstaltungen im Naturkosmetik-Segment. So haben Labels eigene Tagungen, Lieferanten laden ihre Kunden ein und umgekehrt laden auch Handelsverbände bei eigenen Events ihre Lieferanten ein.

Aber, und das wurde auch beim Camp bekräftigt, niemand ist so offen, grenzüberschreitend, objektiv und bieten einen so bunten Teilnehmer-Mix.

Angemerkt wurde, dass der Handel sich leider oft bitten lässt und dieser nur kommt, wenn es eine persönliche Empfehlung gibt. Eine Überlegung war, dass man vielleicht auch Kombitickets anbietet, ein Tag für den Handel, ein Tag für das Kosmetik-Institut und Spa-Hotel. Darüber müssen wir selbst noch nachdenken. Ich persönlich bin hier aber sehr vorsichtig, da ich es als gut erachte, wenn man auch mal sieht, welche Herausforderungen andere haben. Wir sind doch alle jetzt schon viel zu sehr in unseren eigenen Blasen gefangen.

Danke an dieser Stelle an alle, die bei dieser Session mitgemacht haben. Die Geschichte geht weiter. Wir freuen uns über euer Engagement und ganz besonders eure Ideen in Bezug auf die ideale NaturkosmetikCamp-Location.

Das nächste NaturkosmetikCamp findet von 19. bis 21.6.2020 statt.