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Duftbilder – Wie man Düfte sichtbar macht

Pflege und Dekoration sind der Grundnutzen von Kosmetika. Wie alle Hersteller sprechen auch wir meist nur von Inhaltsstoffen in unseren Produkten und wie diese der Haut Gutes tun. Doch erst der Duft macht die Anwendung emotional erfahrbar. Aber wie ist dieser in Bildern darstellbar?

Duftbild zu SYSTEM ABSOLUTE. Foto: Börlind / Frank Burkhard Fotografie

Duftbild zu SYSTEM ABSOLUTE. Foto: Börlind / Frank Burkhard Fotografie

Wann immer ich jemanden eine Creme zum Testen auf dem Handrücken auftrage, ist die Reaktion, unabhängig von Alter oder Nationalität, meist identisch: der Handrücken wandert als erstes zur Nase. Keine Frage, man kann mir die beste und effektivste Creme anbieten – wenn mich der Duft nicht anspricht, werde ich sie nicht verwenden. Wir entscheiden also ganz der Nase nach.

Immer wieder werden wir bei Annemarie Börlind darauf angesprochen, wie gut unsere Produkte riechen. Das freut mich umso mehr, als dass man nach dem alten Klischee in Bezug auf Naturkosmetik nicht unbedingt wohlriechende Produkte erwartet. Wir verwenden große Anstrengungen darauf, den Duft unserer Naturkosmetik bewusst zu gestalten. Das ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Denn die natürlichen Inhaltsstoffe von Kosmetika haben einen Eigengeruch, der mit den hinzugefügten Duftstoffen eine Wechselwirkung eingeht. Diese Vermischung muss einen angenehmen Duft ergeben und soll zudem die Aussage der jeweiligen Produktserie unterstreichen. Dies ist umso herausfordernder, als unser Geruchsempfinden rein emotional ist.

Gerüche lösen (starke) Emotionen aus

Gerüche sprechen den Menschen sehr unterschwellig an. Oft gar nicht bewusst wahrgenommen, lösen sie gleichwohl starke Emotionen aus. Das Gefühl dafür, ob etwas als gut oder schlecht riechend empfunden wird, ist mit Erfahrungen verbunden, die tief in uns verankert sind.

Der Geruchssinn ist überlebenswichtig, er schützt uns beispielsweise davor, verdorbene Lebensmittel zu uns zu nehmen. Ähnlich wie Musik lösen Gerüche Erinnerungen aus, sie regen zu Assoziationen an. Sie sind dafür verantwortlich, ob wir etwas „nicht riechen können“ oder „dufte“ finden.

Kaum zu glauben, der Mensch kann über 1000 Gerüche unterscheiden, sie aber nicht benennen. Hier helfen uns Hinweise oder Bilder. Das gab den Anstoß, eine eigene „Duftfibel“ zu entwickeln, in der wir die Düfte unserer Produkte in Bildern dargestellt haben. Wenn wir hören oder, wie bei dem Duftbild zu SYSTEM ABSOLUTE, sehen, dass der Duft Orchidee enthält, sind wir nun in der Lage, diesen Geruch herauszuerkennen.

Natürliche Duftstoffe in der Praxis

Duftbilder - Inszenierung von natürlichen Duftstoffen. Foto: Börlind / Frank Burkhard Fotografie

Duftbilder – Inszenierung von natürlichen Duftstoffen. Foto: Börlind / Frank Burkhard Fotografie

Ein Duft soll nicht nur beim ersten Öffnen des Cremetiegels wahrnehmbar sein, sondern bis zum letzten Tag seiner Benutzung. Dies ist eine weitere Herausforderung, denn natürliche Duftstoffe verflüchtigen sich sehr schnell. Synthetische Duftstoffe sind wesentlich langanhaltender. Das ist auch – abgesehen vom Preis – ein Grund, warum das Angebot an natürlichen Duftstoffen wesentlich geringer als das synthetischer Duftstoffe ist. Erfreulicherweise ist im Laufe der Jahre das Angebot an natürlichen Duftstoffen gestiegen.

Die Fotos unserer modernen Stillleben, die die Düfte unserer Systempflegeserien wiedergeben, sind in Zusammenarbeit mit dem Berliner Fotografen Frank Burkhard entstanden. Wir haben bewusst Laborgefäße wie Reagenzgläser genutzt, um die Arbeit unserer Forschung und Entwicklung darzustellen. Bei den Arrangements hatten wir neben der kurzen Lebensphase der jeweiligen Blumen die Herausforderung, Pflanzen zu arrangieren, die nicht unbedingt zusammenpassen. So beinhaltet beispielsweise der Duft von NATUROYALE große, langstielige Lilien, aber auch kleine, zarte Veilchen. Bei den Duftdarstellungen verhält es sich übrigens ähnlich wie bei einer Weinbeschreibung. Ein Rotwein mit einer Beerennote enthält keine Brombeeren oder ähnliches, aber die Beschreibung gibt das Aroma am besten wieder.

Und bei der Verkostung gilt auch wieder: Auf die Nase kommt es an! Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass rund 90 Prozent der Sinneseindrücke während eines guten Essens nicht auf der Zunge entstehen, sondern ausschließlich von Geruchssignalen stammen.

Vorstellung der neuen Duftbilder bei der Duft-Vernissage