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Starkes, gemeinsames Zeichen der Naturkosmetik-Community: Das war das 4. NaturkosmetikCamp 2017 im Allgäu

Das NaturkosmetikCamp 2017 im Allgäu im Panoramahotel Oberjoch auf 1200 m Seehöhe stand unter dem Motto „Pioniere wahrer Schönheit“. Wie wir dieses Motto zum Leben erweckt haben, welche Themen auf der Agenda standen und was sonst noch so passiert ist, darüber erzählt dieser kleine Rückblick.

Die Alphornbläser Oberjoch haben das 4. NaturkosmetikCamp eingeläutet. Foto: NaturkosmetikCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Die Alphornbläser Oberjoch haben das 4. NaturkosmetikCamp eingeläutet. Foto: NaturkosmetikCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Themenvielfalt und Thementiefe beim NaturkosmetikCamp 2017

Erstmalig wurde bei diesem NaturkosmetikCamp der neue Session-Modus in der Praxis getestet. So mussten Themen mit konkreten Fragestellungen eingereicht werden, die auch in den Sessions behandelt wurden. Natürlich, so eine große Änderung geht nicht von heute auf morgen, aber wir sind sehr stolz darauf, dass dadurch die Qualität der Diskussionen stark verbessert wurde. Auch das Feedback von den Teilnehmern bestätigte unseren Weg. Sicher, mit 5 Fragen für 45 Minuten haben wir uns etwas viel vorgenommen, 3 reichen zukünftig auf jeden Fall. Auch bei der Zusammenfassung der Ergebnisse müssen wir noch etwas verfeinern. Für sachdienliche Hinweise sind wir sehr dankbar.

Der Session-Plan wird meist brav abfotografiert, damit auch keine spannende Session verpasst wird. Foto: NaturkosmetikCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Der Session-Plan wird meist brav abfotografiert, damit auch keine spannende Session verpasst wird. Foto: NaturkosmetikCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Alle Ergebnisse aus den Sessions könnt ihr hier nachlesen. Beeindruckt hat auf jeden Fall die Themenvielfalt und -tiefe der Einreichungen, aber auch die Offenheit in den Diskussionen, um letztendlich als Naturkosmetik-Community voranzukommen. Von Konkurrenzdenken unter den doch sehr starken Marken war nichts zu spüren. Schön zu sehen, dass die Branche zusammenwächst.

Was die jungen Wilden von den Pionieren lernen können (und umgekehrt)

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde: (v. links) Wolfgang Falkner (Moderation), Maria Pieper, Ute Leube, Dietmar Wolz, Chrisitna Roth, Felix Ermer, Bettina Wyciok und Bodo Kubartz (Moderation). Foto: NaturkosmetikCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde: (v. links) Wolfgang Falkner (Moderation), Maria Pieper, Ute Leube, Dietmar Wolz, Christina Roth, Felix Ermer, Bettina Wyciok und Bodo Kubartz (Moderation). Foto: NaturkosmetikCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Sehr gut angenommen wurde auch der generationenübergreifende Motto-Talk zum Thema „Was die jungen Wilden von den Pionieren lernen können (und umgekehrt)“ beim NaturkosmetikCamp 2017. Am Podium nahmen Platz: Ute Leube, Primavera; Bettina Wyciok, Weleda; Maria Pieper, MARíAS; Dietmar Wolz, Bahnhof-Apotheke; Felix Ermer, Brooklyn Soap Company und Christina Roth, UND GRETEL Naturkosmetik. Danke, Bodo Kubartz, dass du mich dabei unterstützt hast, im Tandem die Fragen zu stellen. Folgende Erkenntnisse konnte ich selbst mitnehmen. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer davon im Blog berichten.

  • Ein erfolgreiches Unternehmen braucht wohl einen etwas „blauäugigen“ Gründer. Am Anfang steht in der Regel kein Business-Plan, und das ist auch gut so.
  • Die jungen Unternehmen haben viel Respekt vor den Naturkosmetik-Pionieren und freuen sich, diesen fruchtbaren Boden, der heute da ist, weiter mit viel Achtsamkeit zu bewirtschaften. Aber auch die ältere Generation freut sich sehr, wenn Ideen von den Jungen mit Leidenschaft aufgenommen und verbessert werden.
  • Leidenschaft verbindet – egal wie alt oder jung man ist. Konflikte zwischen den Generationen sind oft nur in Details begründet. In der Sache selbst geht es uns alle um gleiche Werte – Schonung von Ressourcen, außergewöhnliche Inhaltsstoffe, glückliche Kunden und die Freude daran, etwas bewegen zu können.

Gemütlich, ausgelassen, aber auch gesund

Der Vorteil, wenn man eine Location ein zweites Mal auswählt: Man kennt die Basics und kann an Details arbeiten und Dinge einbauen, die das erste Mal noch nicht geklappt haben. So z.B. die Jöchler Alphornbläser, die den Empfang zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Der tiefe Klang der 6 Alphörner inmitten einer beindruckenden Bergkulisse bei Kaiserwetter hat binnen Minuten dazu geführt, dass der Alltag plötzlich ganz weit weg war. Die Teilnehmer konnten sich auf die anschließende Themenvorstellung einstimmen. Danach ging es weiter zur Eat-&-Beat-Party, wo die Teilnehmer auch in der Hotel-Küche Vorspeisen probieren durften. Gemütlich klang mit DJ Ringo der erste laue Sommertag aus, bis für etwa 20 Teilnehmer um 4 Uhr in der Früh auch wieder der Wecker klingelte. Hans hat zur Morgenwanderung eingeladen. Ich war tief beeindruckt, dass so viele mit auf den Berg gegangen sind.

Die Sonnenaufgangs-Wanderung kam bei den Teilnehmern super an. Foto: Andreas Blum

Die Sonnenaufgang-Wanderung kam bei den Teilnehmern super an. Foto: Andreas Blum

Neben den typischen Sessions gab es beim NaturkosmetikCamp 2017 noch eine Pre-Convention-Tour, die bereits beschriebene Diskussionsrunde, die Keynote von Sonja Schiff (unten mehr) und eine anschließende Yoga-Session – natürlich wieder mit Hans, der auch mit 79 Jahren vielen von uns in Sachen Fitness weit voraus ist.

Abend-Highlight war am 2. Tag der gemeinsame Hüttenabend 2.0. Und dieses Jahr stieg nicht nur der Trachtenanteil, sondern auch das Wetter meinte es gut mit uns – zumindest bis 23 Uhr, wo dann ein paar stärkere Blitze einige Teilnehmer zurück zur Hotelbar bewegten. Oben ging es aber auch noch in einer kleineren Gruppe ein wenig weiter – bei gutem Essen, beschwingter Musik, dem einen oder anderen Weißbier und tiefgründigen Gesprächen.

Begleitet wurden wir beim Allgäuer Hüttenabend 2.0 von der Band "Die Kultivierten". Foto: NaturkosmetikCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Begleitet wurden wir beim Allgäuer Hüttenabend 2.0 von der Band „Die Kultivierten“. Foto: NaturkosmetikCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Die Seele kennt kein Alter

Wer schon öfter beim NaturkosmetikCamp dabei war, weiß, dass wir uns immer sehr viel Mühe geben, nicht nur fachlich etwas zu bieten, sondern auch zum Nachdenken anregen wollen. Es freut mich sehr, dass das auch in diesem Jahr gelungen ist – und wie! Erstmal gab es Standing Ovations. Danke Sonja Schiff, dass du uns als Altenpflegerin teilhaben hast lassen an deinen Erfahrungen. Hier ein paar Einsichten:

  • Schönheit kennt kein Alter. Innen drin fühlt man sich immer jung, nur das Spiegelbild passt da oft nicht ganz dazu.
  • Wir geben als Eltern den Kindern, meist ganz unbewusst, Verhaltensweisen, wie die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, mit.
  • Unsere Welt wäre langweilig, gäbe es nur Rosen und Lilien.
Wolfgang Falkner mit Keynote-Speakerin beim NaturkosmetikCamp 2017 Sonja Schiff. Foto: NaturkosmetikCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Wolfgang Falkner mit der Keynote-Speakerin beim NaturkosmetikCamp 2017, Sonja Schiff. Foto: NaturkosmetikCamp / Dirk Holst, www.dhstudio.de

Es war mir eine große Freude …

… mit so einem genialen Team zu arbeiten.
… so engagierte Partner an der Seite zu haben.
… so viele interessante und auch lustige Gespräche mit lieben und offenen Teilnehmern zu führen.
… auch selbst als Veranstalter bei vielen Sessions mitmachen zu können.
… dass die Naturkosmetik-Community stark und geschlossen zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt – auf eine sehr natürliche Art und Weise.

Nächstes Jahr geht es dann beim NaturkosmetikCamp 2018 zum 5-jährigen Jubiläum nach Brandenburg in das Landgut Stober. Also jetzt schon sowohl den 1. Februar, den Anmeldestart, grün im Kalender anstreichen als auch den Veranstaltungstermin 22.–24. Juni 2018. Ja, es wird wieder ein Wochenende.

Bis spätestens heute in einem Jahr!