BlogFachartikel, Interviews und Einblicke für Bio- und Naturkosmetik

Naturkosmetik im World Wide Web: Portale, Blogs und Co.

Das Internet ist grenzenlos. Egal was man sucht – Information, Unterhaltung, Trend-Scouting oder Shopping – im World Wide Web wird man fündig. Man muss nur wissen, wo. Denn obwohl der Suchmaschinenriese Google nicht mit Ergebnissen geizt, wird insbesondere bei Nischenthemen wie der Naturkosmetik nur an der Oberfläche gekratzt. Wer sich über Inhaltsstoffe, Nachhaltigkeitsaspekte, neue Marken und Produkte, Reviews, Einkaufsmöglichkeiten oder Do-It-Yourself-Rezepte informieren möchte, muss tiefer graben.

Naturkosmetik ist auch online zunehmend präsent. Foto: undrey/Fotolia

Naturkosmetik ist auch online zunehmend präsent. Foto: undrey/Fotolia

Allein zum Suchbegriff Naturkosmetik findet Google Search 7,6 Millionen Ergebnisse. Nach einer Reihe von Anzeigen rangieren auf Seite 1 einzelne Herstellerseiten und Shops, Wikipedia, ein Brigitte-Artikel und immerhin die Seiten von Ökotest und der kontrollierten Naturkosmetik des BDIH. Werden spezifische Informationen gesucht oder gar Hintergrundwissen und Fachbeiträge, muss man schon konkreter eingrenzen. Oder: Man stellt sich seine persönlichen Lieblingsseiten zusammen. Dieser Blogbeitrag soll einen Leitfaden geben, die passenden Ergebnisse zu finden:

Verbraucher-Portale und Online-Plattformen

Mit Ökotest lag Google gar nicht so daneben: Die Verbraucherplattform verfügt über eine eigene Kosmetikrubrik und veröffentlicht immer wieder kritische Tests und Beiträge, in denen Naturkosmetik eine zentrale Rolle einnimmt. Problematisch: Die Bewertungskriterien sind nicht immer nachvollziehbar und Kunden vertrauen oftmals „blind“ auf diese Urteile.

Bei Utopia dreht sich alles um das Thema Nachhaltigkeit. Hier hat Naturkosmetik einen eigenen Bereich. Die Beiträge sind kritisch und gut recherchiert.

Codecheck verfügt ebenfalls über eine Kosmetikrubrik. Hier werden Inhaltsstoffe und Produkte bewertet, auf Basis der Urteile von Ökotest, Greenpeace und einzelnen Verbrauchern. Ein Hinterfragen ist sinnvoll, die Basis der Seite ist dennoch sehr gut. Cosmeticanalysis bietet einen ähnlichen Produktcheck, liefert aber mehr Details zu den Inhaltsstoffen. Im Gegensatz zu Codecheck ist dieser Service jedoch kostenpflichtig.

Ein sehr gutes Inhaltsstofflexikon und DIY-Rezepte findet man auf Olionatura.

Die Seiten von Natrue und BDIH geben detailliert Auskunft über die Kriterien der beiden Naturkosmetikstandards sowie über Bio-Auslobungen und zertifizierte Produkte.

Etwas umfassender als die Verbände berichten die beiden Naturkosmetikmagazine naturalbeauty und cosmia: Hier geht es fundiert um Inhaltsstoffe, Fachthemen, News und klassische Magazinbeiträge. Auf naturalbeauty gibt es außerdem einen Blog.

Blogs sind weiter auf dem Vormarsch

Naturkosmetikblogs existieren mittlerweile einige. Beautyjagd ist die beste Anlaufstelle für Trends und Entdeckungen. Außerdem gibt es hier Produkttests und Lesetipps. Bei Herbs & Flowers geht es um Naturkosmetik in Wort und Bild: Tests, DIY-Ideen und Tipps stehen im Vordergrund. Kosmetik-vegan behandelt vegane Produkte aus der konventionellen und natürlichen Pflege. Außerdem nehmen veganes Leben und Tierversuche dort einen festen Platz ein. Bei Pura Liv stehen Naturkosmetik und natürliche Looks im Vordergrund. Darüber hinaus gibt es viele weitere, darunter Corporate Blogs von Unternehmen und auch englischsprachige, die es sich zu lesen lohnt.

Bei den markenübergreifenden Shops sind vor allem Najoba und GreenGlam interessant: Hier finden sich jede Menge internationale Trendprodukte, darunter auch spannende Startups und Nischenmarken sowie Luxusprodukte. Spannende Entdeckungen aus dem Hohen Norden liefert Hilla Naturkosmetik: Das Angebot ist auf nordeuropäische und baltische Marken begrenzt.

Mixmyshampoo ist eine Kombination aus Herstellerseite, DIY-Programm und Shop – als Anregung für neue Ideen auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch die Brooklyn Soap Company zeigt eindrucksvoll, wie man Shop, Magazin und Emotionen wirksam kombinieren kann.

Diese Liste könnte man unendlich fortführen. Es gibt hunderte Seiten, die für Bio-Beauty-Fans von Interesse sind, darunter informative Herstellerseiten, Shops und Blogs. Die gegenseitige Vernetzung und das Anbieten von Linksammlungen im Sinne eines Naturkosmetik-Scouts könnten die Suche maßgeblich erleichtern.

Was im Web allgemein noch zu kurz kommt: Die 1-zu-1-Beratung.

Das persönliche Gespräch im Handel, mit der geschulten Verkäuferin oder einer Kosmetikerin, lässt sich nur schwer ersetzen, obwohl das Internet via Kontaktformular, Kommentarfunktion und die sozialen Medien bereits Möglichkeiten für den direkten Austausch bietet. Hier scheint telefonische Beratung in Kombination mit einem Probenservice momentan die beste Variante zu sein, um mit Interessierten eine zielführende Kommunikation auf Distanz zu führen.

Auch wenn die digitale Welt (noch) nicht perfekt ist: Ohne eine überzeugende Internetpräsenz hat ein Unternehmen kaum eine Chance, dauerhaft am Markt zu bestehen. Denn insbesondere die Kunden von Morgen nutzen digitalen Content in jeglicher Form, um sich zu informieren und auszutauschen. Wir dürfen gespannt sein, welche neuen Möglichkeiten sich hier künftig eröffnen.