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Visual Storytelling mit Instagram in der Naturkosmetik

Meine Session beim Naturkosmetikcamp hat viel Spaß gemacht. Einerseits, weil das Publikum toll war und viele Fragen gestellt hat, andererseits konnten sich die Teilnehmer (den Thesenkarten zufolge) viele Tipps für den Alltag mitnehmen. Da ich gerade an der vierten Auflage unseres Social Media Buches „Follow me“ schreibe und darin auch Instagram einen wichtigen Part einnimmt, konnte ich wertvolles Feedback durch die Fragen der Teilnehmer sammeln. Die wichtigsten Erkenntnisse und Thesen zum Thema Visual Storytelling mit Instagram möchte ich euch in diesem Blogbeitrag noch mal ausführlicher vorstellen.

Digitale Markenkommunikation mit Visual Storytelling. Foto: Ivelin Radkov/Fotolia

Digitale Markenkommunikation mit Visual Storytelling. Foto: Ivelin Radkov/Fotolia

Instagram boomt. Weltweit hat die mobile App für das Smartphone mittlerweile monatlich 500 Millionen Nutzer, allein 10 Millionen User davon in Deutschland (Stand Juli 2016). Bei Instagram geht es um schöne, ästhetische Bilder, weniger um Text. Um ein Bild bei Instagram einzustellen, fotografiert man entweder ein Motiv oder lädt ein Foto aus der Bibliothek des Smartphones hoch. Danach kann man das Bild mit unterschiedlichen Filtern bearbeiten und mit Hashtags beschriften. So wird das Bild leichter auffindbar.

Instagram ist also eine mobile App, d. h. man lädt die Bilder via Smartphone hoch. Auf dem Desktop-Bildschirm hingegen kann man Bilder nur liken, kommentieren oder neuen Channels folgen, nicht aber hochladen.

These 1: Für Instagram braucht man eine stringente Bildstrategie mit wiederkehrenden Elementen.

Bevor man auf Instagram als Unternehmen startet, sollte man sich das Thema des Instagram-Channels genau überlegen und eine Bildstrategie entwickeln. Welche Anforderungen stellt man sich selbst bzw. welcher Mehrwert soll sich für die Fans aus den Darstellungen ergeben? Welche Unternehmensleitbilder habe ich und wie könnte ich sie bildlich in Szene setzen? User, die eurer Seite folgen, tun dies, weil sie sich für die Bilder, die ihr bereits gepostet habt, interessieren und eure Inhalte auch in Zukunft erhalten wollen.

Wenn also euer Thema Naturkosmetik ist, dann sollten ihr euch eine stringente Bildstrategie dazu überlegen. Hilfreich ist ein Bild-Setting bzw. ein Element, wie z. B. eine Grundfläche im Garten mit schönem Hintergrund, ein Kaktus oder Sukkulenten, ein Tisch oder eine Farbkomposition, die immer wieder in den Bild-Postings vorkommt. So gelingt es, einen gewissen Wiedererkennungseffekt zu erreichen, wie es zum Beispiel beim Instagram-Channel der Brooklyn Soap Company der Fall ist:

Einblick in den Instagram-Channel der Brooklyn Soap Company

Einblick in den Instagram-Channel der Brooklyn Soap Company

These 2: Hashtags benutzen, um mehr Reichweite und Follower zu erhalten.

Die sogenannten Hashtags sind essentiell für einen erfolgreichen Instagram-Auftritt. Denn nur mit den Hashtags funktioniert die Suche auf Instagram und so sind die Fotos indexiert und wiederauffindbar. Hashtags die zur Naturkosmetik passen, sind folgende:

#naturkosmetik #naturkosmetikblogger #beauty #naturalbeauty #greenbeauty #organicbeauty #healthylifestyle #vegan #skincare #plantbased #naturalskincare #ecobeauty #holistic #pure #green #new #love #photooftheday #throwbackthursday #beautiful #happy #awesome

Die Seite http://websta.me/hot zeigt an, welche Hashtags im Moment „trending“ sind, also welche Hashtags gerne und oft verwendet werden. Schaut dort in regelmäßigen Abständen vorbei und verwendet maximal 10 Hashtags pro Foto.

These 3: Instagram eignet sich für den Aufbau einer emotionalen Markenwelt bzw. um das Image Markenimage  zu unterstreichen.

Bis dato werden die emotionalen Bilderwelten von der klassischen Kosmetik in Beschlag genommen, obwohl die Naturkosmetik großes Potential hätte (mehr dazu in diesem Beitrag von Julia Keith). Die Naturkosmetik hat das Image, besonders gut auf die Individualität ihrer Kunden einzugehen bzw. diese zu erfüllen und im Einklang mit der Natur zu stehe –  nur in der Online-Kommunikation auf Social-Media-Plattformen wie Instagram kommt dies bislang zu selten vor. Hassaan Hakim, Geschäftsführer von YOOL, ist in seiner Session auf dieses Thema eingegangen und hat gelungene Video-Kampagnen von Dove gezeigt.

Die Teilnehmer der Instagram-Session und ich waren uns einig, dass die Videos viel besser zum Image der Naturkosmetik passen würden und das bislang in diesem Bereich noch viel zu wenig passiert. Danke an dieser Stelle für den Hinweis.

Instagram Session mit Lilli Vogl beim NaturkosmetikCamp 2016, Foto: NKC/DH STUDIO

Instagram Session mit Lilli Vogl beim NaturkosmetikCamp 2016, Foto: NKC/DH STUDIO

These 4: Auf Instagram geht es um Inszenierung, um ein Feeling – weniger um Verkauf.

Instagram hat viel mit Inszenierung der eigenen Person oder eines Produkts zu tun. Die App ist kein Verkaufstool, sondern hier spielen Emotionalität und Inspiration eine große Rolle. Es ist ein Kanal für das Branding einer Marke und die unkonventionelle Präsentation von Produkten. Auch die Linksetzung funktioniert auf Instagram nur bedingt. Ein klickbarer Link lässt sich nur in der Channel-Beschreibung, auch Bio genannt, einfügen. Derzeit einzige Möglichkeit für Postings mit Links zu veröffentlichen sind Instagram-Werbeanzeigen.

Hinweis: Es gibt mittlerweile Apps, mit denen man Shopping Galleries für Instagram in seinem Onlineshop integrieren kann. Das bedeutet, man kann die Produkte (z. B. eine Creme) auf Instagram posten und in der Bio (Account-Beschreibung) findet der User den Link zum Instagram-Onlineshop.

These 5: Influencer Relations: Zusammenarbeit mit einflussreichen Instagramern ist sinnvoll, um Interaktion und Reichweite zu erhöhen.

Instagram Influencer sind User mit vielen Followern, die als Multiplikatoren für Produkte wirken können. Instagramer sind authentisch, deshalb vertraut ihnen ihre Followerschaft und legt großen Wert auf ihre Meinung.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um mit Influencern zusammenzuarbeiten. Dazu zählen etwa das Sponsoring von Postings, also z. B. die Nennung/Integration ihres Produkts in einem Bildposting der Instagramer. Dies muss in jedem Fall als Werbung gekennzeichnet werden, auch wenn dies vielerorts noch nicht passiert. Eine weitere Möglichkeit ist ein Takeover, bei dem ein Unternehmen für einen gewissen Zeitraum einem Influencer seinen Account überlässt und dieser Postings zu einem vorher definierten Themenbereich veröffentlicht. Auch hier ist eine Kennzeichnung sinnvoll.

Hin und wieder kann man auch Reposts machen, damit bezeichnet man das Veröffentlichen von User Postings auf dem Unternehmens-Instagram-Account. Wichtig: Hier immer zuerst anfragen, ob das Bild auf der eigenen Seite gepostet werden darf.

Zudem könnte man Influencer als Testimonials anwerben. Wichtig ist immer eine entsprechende Story, ein Thema, mit dem der Influencer arbeiten kann und das zum Produkt und Mensch passt.