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Alles in Balance beim 3. NaturkosmetikCamp im schönen Allgäu mit 150 Teilnehmern

Jetzt ist es auch schon wieder vorbei. Schade eigentlich, denn das NaturkosmetikCamp 2016 am vergangenen Wochenende hätte ruhig länger dauern können, wie eine Teilnehmerin meinte. Schön, dass unser Motto „in Balance mit der Natur“ auf allen Ebenen spürbar war: von der beeindruckenden Bergkulisse auf 1200 m, über die freundschaftlichen, fast schon familiären Gespräche, bis hin zu den vielfältigen Sessions auf höchstem Niveau.

Eingebettet inmitten der Natur auf 1200 m im Panoramahotel Oberjoch

150 Teilnehmer beim NaturkosmetikCamp 2016 im Panoramahotel Oberjoch, Foto: Dirk Holst

150 Teilnehmer beim NaturkosmetikCamp 2016 im Panoramahotel Oberjoch, Foto: Dirk Holst

Das Wetter hat sich dieses Mal von seiner ganzen Vielfalt gezeigt – Sonnenschein, Hitze, Gewitter, Regen, Sturm. Die Vermutung liegt nahe, dass Mutter Erde ganz besonders auf sich aufmerksam machen wollte, da für Samstag ja eine Keynote in diese Richtung geplant war ;). Dass es Pachamama auf jeden Fall gut mit uns meinte, zeigte sich Freitagfrüh, als wir bei schönstem Wetter die gemeinsame Pre-Convention-Tour, organisiert von der Allgäu GmbH, antreten konnten und auch das Gruppenfoto am Samstag trockenen Fußes in den Kasten bekamen. Los ging’s mit eine Besichtigung bei Primavera und AOT mit anschließendem Mittagessen und kleiner Wanderung mit Hans. Rechtzeitig und bevor der Regen einsetzte, waren alle Teilnehmer wieder zurück und das gemütliche Get-together mit anschließender Vorstellungsrunde konnte beginnen.

Get together bei Sonnenschein im Rahmen des NaturkosmetikCamp 2016, Foto: Dirk Holst

Get together bei Sonnenschein im Rahmen des NaturkosmetikCamp 2016, Foto: Dirk Holst

Vielfalt pur bei 18 Sessions: Unsere persönlichen Top 10 Erkenntnisse in diesem Jahr

19 Themen wurden zum diesjährigen NaturkosmetikCamp eingereicht. Erstmalig musste daher leider ein toller Vorschlag abgelehnt werden, da wir „nur“ Platz für 18 Sessions in 3 parallelen Räumen hatten. Vielen Dank an dieser Stelle für den Mut und das Engagement. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Hier findet ihr die Zusammenfassung und alle Thesen.

Dank des sehr engagierten Teams hatte ich in diesem Jahr auch Zeit, bei der einen oder anderen Session mitzumachen. Meine persönlichen Top 10 Erkenntnisse habe ich hier zusammengefasst:

  1. Das „Wir“ der Naturkosmetik fehlt noch. (Uwe Schürmann, Naturdrogerie). Unser Ziel ist es, dieses „Wir-Gefühl“ mit dem NaturkosmetikCamp jedes Jahr zu verstärken. Wie die Stimmung gezeigt hat, gelingt uns das auch recht gut. Nachhaltig ist es aber nur dann, wenn die Vernetzung auch danach weiter besteht und Projekte gemeinsam angegangen werden.
  2. Wirksamkeitsstudien sind für die ganze Naturkosmetik-Branche wichtig, um der konventionellen Kosmetik ein Gegengewicht setzen zu können. (Franziska und Nicole Breisinger, All Organic Trading). Das immer noch vielerorts verbreitete Vorurteil, dass Naturkosmetik nicht so wirkt wie konventionelle, kann nur gemeinsam und mit Fakten überwunden werden.
  3. Naturkosmetikmarken sollten sie sich die Kommunikationsthemen aneignen, die Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen, z. B. Selbstliebe, Akzeptanz des eigenen Körpers, Selbstwertgefühl und innere Schönheit. (Hassaan Hakim, Yool). Die Chance für die Naturkosmetik der Zukunft!
  4. Ethisches Handeln kommt von innen und wird mit Freude und gutem Gewissen belohnt. (Marion Keller-Hanischdörfer, Bianca Keyserlingk, Andrea DahmPrimavera). Wer Gutes tut, wird Gutes erfahren.
  5. Auf Instagram geht es um Inszenierung, um ein Feeling – weniger um Verkauf. (Lilli Vogl, Viermalvier). Erstmalig haben wir beim NaturkosmetikCamp Instagram https://www.instagram.com/naturkosmetikcamp/ effektiv eingesetzt. Danke auch für die vielen Posts unter dem Hashtag: #NaturkosmetikCamp https://www.instagram.com/explore/tags/naturkosmetikcamp/
  6. Hersteller kleiner Mengen sollten nach Synergien suchen (z. B. beim Einkauf) und den Verpackungsherstellern auf die „Nerven gehen“. (Birgit Corall und Bettina Zagelcobicos und designvolte). Nur so kann Verpackung wirklich nachhaltig werden und können Herstellungsprozesse optimiert werden.
  7. Ich will künftig bewusster riechen! (Bodo Kubartz, Passion and Consulting). Ja, das möchte ich auch!
  8. Für gute Kommunikation gilt: Erzähle Geschichten von Menschen, die Menschen berühren. (Hassan Hakim, Yool). Dabei muss man persönlich, emotional, aber auch ehrlich sein und Tabu-Themen ansprechen. Das wollen wir auch mit unseren Camps noch besser machen.
  9. Arbeiten aus Überzeugung ist die Königsdisziplin (Christian Holzer, Trainer für Work-Life-Balance). Hier gibt es für uns alle noch viel zu tun – in der Führungsrolle aber auch als Mitarbeiter.
  10. Wichtigkeit der Algen für unseren globalen Lebensraum. (Inez Linke, oceanBasis). Ich dachte immer, dafür sind unsere Wälder zuständig. :-)
Rege Diskussionen beim NaturkosmetikCamp 2016, Foto: Dirk Holst

Rege Diskussionen beim NaturkosmetikCamp 2016, Foto: Dirk Holst

Danke für die inspirierenden Themen!

Umdenken: Nicht „gut“ oder „schlecht“, sondern „leicht“ oder „schwer“.

Ein Highlight in diesem Jahr war auch wieder unsere überraschende Keynote. Hans Martin Beck von Inka World hat uns klar und einfach gezeigt, wie wir mit unseren Gedanken Positives erzeugen können. So empfiehlt er nach der Tradition der alten Inka, die auch heute noch von den Q’eros in Peru gelebt wird, das „Schlechte“ oder „Negative“ aus unserem Sprachgebrauch zu verbannen und vielmehr zwischen „Leicht“ oder „Schwer“ zu unterscheiden. Denn: „Schweres“ kann „Leicht“ gemacht werden.

Es ist wie mit einem schweren Sack voller Äpfel, der dadurch leichter gemacht wird, indem man einen Apfel nach dem anderen isst.

Gemeinsam wurde alles Schwere an Mutter Erde abgegeben. Foto: Dirk Holst

Gemeinsam wurde alles Schwere an Mutter Erde abgegeben. Foto: Dirk Holst

Hans-Martin zeigte uns auch in einer kleinen Übung, wie wir selbst schwere Energie an Mutter Erde abgeben können. Und das ist ganz einfach: Wir stellen uns vor, wir sind von einer schützenden Blase (gerne auch Aura) umgeben. Diese können wir über unserem Kopf öffnen, um uns mit dem Vater Kosmos zu verbinden. Wir denken uns einen Fluss von oben über unseren Körper nach unten in die Erde. Dann werfen einfach unseren schweren Ballast gedanklich in diesen Fluss. Mutter Erde, auch Pachamama genannt, freut sich riesig darüber. Wie ein Apfel, der zu Boden fällt – und schließlich von der Erde wieder aufgenommen wird.

Im Anschluss hatten wir noch Gelegenheit, gemeinsam unsere Wünsche in einer kleinen Despacho-Zeremonie an Mutter Erde zu übergeben. Ich wäre sehr gespannt, was ihr alles danach erlebt habt!

Hans-Martin Beck und Elke Steinbeich bereiteten mit etwa 35 Teilnehmern eine typische Despacho-Zeremonie, Foto: Dirk Holst

Hans-Martin Beck und Elke Steinbeich bereiteten mit etwa 35 Teilnehmern eine typische Despacho-Zeremonie, Foto: Dirk Holst

Viel Zeit zum Netzwerken bei typisch Allgäuer Gastfreundschaft

Unser Motto hat uns auch inspiriert, den Zeitplan etwas zu entzerren, damit mehr Zeit zum Plaudern bleibt. Der Ausstellerbereich in der gemütlichen Hotel-Lobby, aber auch die zwei Abende in der Meckatzer Sportalp oder im Restaurant des Panoramahotel Oberjoch boten dafür perfekte Räume. Hoch beeindruckt war ich von den Allgäuer Kollegen, wie sehr sie die Balance der hohen Kunst der Gast-Freundschaft gepaart mit extremer Fachkompetenz und Fleiß beherrschen. Die Zusammenarbeit hat großen Spaß gemacht und war immer von einer gewissen Leichtigkeit getragen. Viele weitere Bilder vom BarCamp für Natur- und Biokosmetik findet ihr hier. Und hier geht’s zum offiziellen NaturkosmetikCamp-Video.

Wohlfühlen beim gemeinsamen Allgäuer Abend beim NaturkosmetikCamp 2016, Foto: Dirk Holst

Wohlfühlen beim gemeinsamen Allgäuer Abend beim NaturkosmetikCamp 2016, Foto: Dirk Holst

Nach dem NaturkosmetikCamp ist vor dem NaturkosmetikCamp. Die Planung für Runde 4 hat begonnen.

Vielen Dank an dieser Stelle für das tolle Feedback am Ende des Camps. Erstmalig haben wir dieses in Leichtes und Schweres eingeteilt. Auch wenn einige sich eine andere Location für das 4. NaturkosmetikCamp 2017 wünschen, gab es doch ein sehr klares Votum für eine Wiederholung im Allgäu. Wir werden nach einer kleinen Pause das Gespräch suchen und freuen uns natürlich auch wieder über Tipps von eurer Seite. Selbstverständlich informieren wir euch, wenn es neues gibt. Haltet euch schon mal den Juni 2017 frei und notiert euch den 1. Februar als Anmeldestart.

Größter Dank gebührt allen, die uns unterstützt haben – unseren Partnern, die das ganze finanziell möglich machten, den Themeneinreichern, die den wertvollen Fachinput lieferten, allen Teilnehmern für die engagierten Diskussionen und natürlich auch dem Team! Ihr wart spitze!

Das Team beim NaturkosmetikCamp (vlnr.): Stefan, Ida, Lilli, Wolfgang, Anna, Liv, Barbara. Leider nicht im Bild: Christoph, Jana, Dirk und Jörg; Foto: Dirk Holst

Das Team beim NaturkosmetikCamp (vlnr.): Stefan, Ida, Lilli, Wolfgang, Anna, Liv, Barbara. Leider nicht im Bild: Christoph, Jana, Dirk und Jörg; Foto: Dirk Holst