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How To: Blogger Relations für Einsteiger

Wir alle nutzen Suchmaschinen im Internet – meist sogar mehrmals täglich. Das Geburtsjahr eines Autors, der Songtext einer Lieblingsband, eine Rezension oder Review zu einem Produkt, das wir gern erwerben wollen. All das erfragen wir bei Google und Co. Unter den ersten Treffern bei einer Anfrage finden sich Blogs ganz selbstverständlich neben Wikipedia und bekannten Online-Magazinen, da sie bereits von ihrer Struktur her sehr gut auf die Algorithmen von Suchmaschinen angepasst sind.

Blogger Relations gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Unternehmenskommunikation. Foto: undrey/Fotolia

Blogger Relations gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Unternehmenskommunikation. Foto: undrey/Fotolia

Die Zusammenarbeit mit Bloggern lohnt sich also schon aufgrund der Suchmaschinen-Präsenz. Und es gibt viele weitere Punkte, die Blogger Relations heute zu einem wichtigen Zweig in der Unternehmenskommunikation machen. Blogger sind authentisch, weshalb sie eine deutlich höhere Glaubwürdigkeit als klassische Werbung genießen. Inhalte werden außerdem meist nicht nur auf dem Blog selbst, sondern auch in den zughörigen sozialen Netzwerken verbreitet. Einige Blogs weisen zudem – auch in der Nische – enorme Reichweiten auf. Selbst Journalisten dienen sie häufig als Recherchetool. Der Sprung von Blogs in die Massenmedien ist also durchaus möglich.

Blogs bieten also großes Potenzial für die Bekanntmachung der eigenen Botschaft, Produkte und Dienstleistungen. Man könnte sogar sagen, dass es grob fahrlässig wäre, die Stärken von Blogs nicht für das eigene Unternehmen zu nutzen. Wer noch nicht mit Bloggern zusammenarbeitet, der sollte spätestens jetzt damit beginnen. Doch wie genau vorgehen?

Breit aufgestellte Recherche und gezielte Auswahl

Leider gibt es so etwas wie eine Gesamtübersicht aller relevanten Blogs zu einem Themenschwerpunkt nicht. Daher kommt man um eine eigene Recherche zumeist nicht herum. Sinnvoll ist es zudem, sich nicht nur in der eigenen Branche, sondern auch in passenden artverwandten Themenbereichen umzuschauen. Wer beispielweise ein Naturkosmetik-Produkt platzieren will, wird sich natürlich zuerst einen Überblick über Naturkosmetik-Blogs verschaffen.

Warum nicht aber auch mit Blogs zu den Themen Elternschaft, Gesundheit, Veganismus oder Lifestyle kooperieren? Auch diese erreichen Zielgruppen, welche für das eigene Unternehmen von Relevanz sind. Nachdem man sich einen Überblick verschafft hat, sollte man eine konkretere Auswahl treffen und die Blogs bzw. Blogger filtern, welche besonders gut zur Marke und den Produkten passen.

Individuelle Blogger-Ansprache

Kontaktaufnahme nach dem Gießkannen-Prinzip mit standardisierten Massenanschreiben sollte man vermeiden. Gerade langjährige und erfolgreiche Blogger erkennen Standardansprachen sofort als solche, erhalten diese täglich und haben zumeist kein Interesse an dieser wenig wertschätzenden Art der Kommunikation. Auch sollten Pressemitteilungen und Produkte zur Bemusterung nicht ungefragt gesendet werden. Besser ist es, sich mit einem individuellen Anschreiben an ausgewählte Blogger zu wenden, deren Inhalte man tatsächlich auch kennt. Bei der ersten Kontaktaufnahme bietet es sich an, das Unternehmen kurz vorzustellen, zu erfragen, ob generell Interesse an einer Zusammenarbeit besteht und sich nach entsprechenden Möglichkeiten zu erkundigen.

Blogger ist nicht gleich Blogger und die Ansprüche an eine Kooperation können höchst unterschiedlich sein. Natürlich können auch direkt Vorschläge unterbreitet werden, allerdings ohne Bevormundung oder Forderungen – immer auf Augenhöhe.

Investition in langfristige Beziehungen

Eine einzelne Erwähnung auf einem Blog ist zwar gut, doch eine wiederkehrende Präsentation der eigenen Produkte und Dienstleistungen über einen längeren Zeitraum hinweg ist deutlich besser. Mit Blogger Relations ist es daher wie mit Pressearbeit – gewinnbringend sind vor allem langfristige Beziehungen, die von gegenseitigem Vertrauen geprägt sind. Dieses muss natürlich erst einmal aufgebaut und schließlich gepflegt werden. Auch sollte man sich keine Illusionen über die Kosten machen. Blogger Relations kosten Zeit und immer häufiger auch Geld – und wer in einem Magazin Werbung schaltet, erwartet schließlich auch nicht, dass diese kostenlos ist.

Neben reinen Hobby-Bloggern gibt es immer mehr Autoren, die mit dem Betrieb ihres Blogs haupt- oder nebenberuflich Geld verdienen. Man sollte also ggf. auch bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen, um die Arbeit von Bloggern auch monetär wertzuschätzen. Völlig zu Recht, denn ein Blog macht viel Arbeit, die auch fair entlohnt werden sollte.