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10 Tipps für den Aufbau eines Corporate Blogs

An Blogs kommt man heutzutage in der Online-Welt nicht mehr vorbei. Nicht nur passionierte Hobbyblogger stecken viel Zeit in den Aufbau und die Pflege ihrer Websites, sondern auch Unternehmen erkennen zunehmend die Chancen, die ein Corporate Blog mit sich bringt. Als modernes Informations- und Kommunikations-Medium kann ein Unternehmensblog dazu beitragen, Nähe zu (potenziellen) Kunden aufzubauen, die eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen, die Reputation positiv zu beeinflussen etc. 10 Tipps und einige Praxisbeispiele gebe ich euch heute für den Aufbau eines Unternehmensblogs mit auf den Weg.

Blogs gewinnen auch im Bereich der Naturkosmetik zunehmend an Bedeutung. Foto: Tinatin/Fotolia

Blogs gewinnen auch im Bereich der Naturkosmetik zunehmend an Bedeutung. Foto: Tinatin/Fotolia

Beginnen wir damit, wie ihr es schafft, den Corporate Blog lebendig werden zu lassen:

1. Inhalte mit Mehrwert schaffen

Ein Unternehmensblog ist idealerweise kein reines Werbeinstrument, sondern bietet  den Lesern einen echten Mehrwert. Das kann mit dem Fokus auf Naturkosmetik auf ganz vielfältige Art und Weise geschehen, zum Beispiel:

Mit Hintergrundinformationen und authentischen Geschichten zu Produkten: Welches sind die Lieblingsprodukte der Mitarbeiter? Wie entstand die neue Limited Edition? Wo kommen die Rohstoffe des aktuellen Bestseller-Produkts her?

Mit Anwendungstipps: Lassen sich verschiedene Produkte zu einem ansprechenden „Rezept“ für einen Home Spa-Abend zusammenfügen? Gibt es ein Tutorial für ein natürliches Tages-Makeup?

Mit Einblicken in das Unternehmen: Was waren die Highlights des letzten Firmen-Events? Welche sozialen Projekte werden unterstützt? Wer sind die Köpfe hinter den Kulissen?

Mit Infomationsangeboten: Was ist bei der Pflege von sensibler Haut zu beachten? Wie reinige ich meine Pinsel am besten? Gibt es aktuelle Studienergebnisse?

Die Inhalte sollten dabei selbstverständlich zur Zielgruppe passen.

Praxis-Beispiel: Mysalifree stellt Produkte für Menschen mit empfindlicher Haut und Unverträglichkeiten bzw. Allergien her. Entsprechend informiert das Unternehmen auf seinem Blog rund um das Thema Duftstoffallergien, Inhaltsstoffe, neueste Studienerkenntnisse zu dem Thema etc.

2. Bilder statt Bleiwüste

Emotionen lassen sich online kaum schneller transportieren als mit Hilfe von Bildern. Ein Unternehmensblog erfordert nicht zwangsweise eigene Fotos. Individuelle, hochwertige Aufnahmen können jedoch zu einem unverwechselbaren Profil beitragen. Alternativ bieten Fotolia, iStock und Co. eine große Auswahl an professionellen Bildern für ein überschaubares Budget. In beiden Fällen sollten die Bilder unbedingt zur sonstigen Bildsprache im Markenauftritt passen.

Praxis-Beispiel: Lavera verwendet auf dem Unternehmensblog Bilder im Polaroid-Stil und kombiniert diese mit Farben und Motiven, die sich auf der gesamten Website wiederfinden:

3. Dialog und Aktion fördern

Was unterscheidet einen Blog von einem Kundenmagazin, in dem im Prinzip die gleichen Inhalte wie unter Punkt 1 enthalten sein können? Der Austausch mit den Lesern! Erst durch ihn wird ein Blog so richtig lebendig. Leser sollten die Möglichkeit haben, Blogbeiträge zu kommentieren und dazu in den Beiträgen aktiv aufgefordert werden (sog. „call to action“). Das kann bspw. über eine direkt an die Leser gerichtete Frage am Ende eines Beitrags geschehen. Buttons zum Teilen der Beiträge in den sozialen Netzwerken bieten sich ebenso als zusätzlicher call to action an wie ein Feld zum Eintragen in den Newsletter.

Praxis-Beispiel: Die Blogbeiträge von Pai Skincare beinhalten jeweils mehrere calls to action: von den Social Media-Share-Buttons über die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen bis hin zum Eintragen in den Newsletter. Einige Blogbeiträge enden außerdem mit direkten Fragen an die Leser.


Stichwort Leser: Die nächsten 4 Tipps beziehen sich auf die unterschiedlichen Wege, die Leser auf den Blog führen können:

4. Präsenz auf der Website

Die erste Möglichkeit: Ein Besucher der Website navigiert direkt auf den Blog. Der Weg dorthin sollte so einfach und intuitiv wie möglich sein. Deshalb ist es ratsam, den Blog nicht als Unterpunkt innerhalb eines Menüs zu verstecken, sondern direkt in das Hauptmenü zu integrieren.

Praxis-Beispiel: Der Online-Shop Najoba hat den Blog in die oberste Menüebene gesetzt, so dass er auf  der Startseite auf den ersten Blick auffindbar ist. Außerdem wird zusätzlich der jeweils aktuelle Blogbeitrag verlinkt (siehe Bild unten links):

Auf der Homepage ist der Najoba-Blog über zwei Wege einfach auffindbar.

Auf der Homepage ist der Najoba-Blog über zwei Wege einfach auffindbar.

5. Verknüpfung mit Social Media-Aktivitäten

Die zweite Möglichkeit, Blogleser zu generieren, führt über die eigenen Social Media-Kanäle. Es gibt einen neuen Blogbeitrag? Super! Postet diesen einfach auf Facebook/Twitter/Google+ und verlinkt ihn zusätzlich im nächsten Newsletter.

6. Suchmaschinenoptimierung nicht vergessen

Auch über Google können Leser auf dem Blog landen. Was eine effektive Suchmaschinenoptimierung ausmacht, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag. Kostenfreie Plug-Ins können die SEO-Arbeit erleichtern.

7. Vernetzung innerhalb der Blogosphäre

Andere Websites/Blogs können ebenfalls über Verlinkungen Traffic erzeugen. Die Möglichkeiten, Leser über andere Blogs zu generieren, sind vielfältig:

  • Blogger als Gast- oder Stamm-Autoren: die Kooperation mit namhaften Bloggern kann mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ein Teil der Schreibarbeit kann so ausgelagert werden und die Bloggerin (oder der im Naturkosmetik-Bereich noch ziemlich rare männliche Blogger) wird vermutlich auf ihrem eigenen Blog auf den entsprechenden Beitrag hinweisen und ihn verlinken. So kann der Unternehmensblog von einer bereits vorhandenen Community und Reichweite profitieren.
  • Aktive Beteiligung auf anderen Blogs: Auf Naturkosmetik-Blogs zu kommentieren, kann ebenfalls sinnvoll sein, sofern die Kommentare nicht zu werblich angehaucht sind. Viele Blogger benutzen Plug-Ins, die es den Lesern ermöglichen, ihre eigenen aktuellen Blog-Beiträge in den Kommentaren zu verlinken, so dass die Leser auf andere Blogs „weiterwandern“ können.
  • Vernetzung über Blogroll: Die meisten Blogs haben eine Blogroll, d. h. eine Auflistung weiterer Blogs, die sie ihren Lesern empfehlen. Bei gut gepflegten Blogger Relations kann der eigene Unternehmens-Blog durchaus von anderen Bloggern empfohlen werden.

Praxis-Beispiele: Najoba kooperiert mit Bloggerin Julia von Beautyjagd, die regelmäßig auf dem Najoba-Blog Beiträge schreibt; Natureme arbeitet mit Liv von PuraLiv zusammen. In meiner eigenen Blogroll finden sich auch einige Corporate Blogs.


Meine abschließenden 3 Tipps betreffen die Organisation, Planung und operative Umsetzung eines Unternehmensblogs:

8. Vorschussleistungen

Bevor der Blog online geht, sollten bereits die ersten Beiträge im Voraus fertiggestellt werden. So könnt ihr vermeiden, dass ihr eurem eigenen Redaktionsplan hektisch hinterherrennt und der Blog relativ schnell „stirbt“, weil die Zeit oder die Ideen fehlen, um ihn zu pflegen.

9. Redaktionsplan

Apropos Redaktionsplan: der ist auf jeden Fall ein Muss, da er euch sowohl organisatorisch als auch inhaltlich eine große Stütze ist: wer schreibt bis wann einen Beitrag zu welchem Thema? In welchem Rhythmus werden Blogbeiträge veröffentlicht? Gibt es saisonale Themen oder aktuelle Anlässe wie Firmenevents, über die zu einem bestimmten Zeitpunkt auf jeden Fall berichtet werden sollte? All diese Fragen lassen sich mit einem gut strukturierten Redaktionsplan mühelos beantworten und steuern.

10. Feste Zuständigkeiten

Zu guter Letzt empfehle ich, die Zuständigkeiten für einen Unternehmensblog klar zu definieren, sofern mehrere Personen dabei involviert sind. Wer sammelt Ideen für Beiträge? Wer bearbeitet die Beiträge der Autoren redaktionell? Wer ist Hauptansprechpartner für die Autoren? Wer teilt die Beiträge auf den Social Media-Kanälen und im Newsletter? Wer beantwortet Kommentare auf dem Blog? Geregelte Zuständigkeiten und Kommunikationswege zwischen den Beteiligten erleichtern die Blogpflege erheblich.

Welche Tipps könnt ihr zum Thema Corporate Blogging zusätzlich noch mit auf den Weg geben?