2015Bad Häring, Tirol, 26. - 28. Juni

Thesen und Ergebnisse NaturkosmetikCamp 2015

Hier haben wir die Ergebnisse der einzelnen Sessions vom NaturkosmetikCamp 2015 in Bad Häring am 29.6. zusammengefasst. Diese Thesen aus Sicht der Teilnehmer und der Sessionleiter spiegeln die wichtigsten Erkenntnisse der jeweiligen Session wider.

Aktuelle Trends Naturkosmetik

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Jörg Ossenkopp, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Jörg Ossenkopp, Foto: Dirk Holst

Dr. Jörg Ossenkopp, POLLION, Biopinio

  1. Der Kunde benutzt Online-Quellen für die Informationsgewinnung anstelle von Face-to-Face-Beratung.
  2. Die gute Beratung bei der Kaufentscheidung des Kunden ist vielfach nicht entscheidend.
  3. Naturkosmetik wird überwiegend in Drogeriemärkten gekauft.
  4. Nur 48% aus dem Panel ist der Unterschied zwischen Bio- und Naturkosmetik klar. Selbst bei App-Usern, die angegeben haben, wöchentlich Naturkosmetik zu nutzen, sind es nur 55%. (Ergänzende Blitzumfrage mit 162 Panelisten)
  5. Es benötigt weitere Umfrage-Ergebnisse zum Thema, welche Kanäle für den Online-Kauf von Naturkosmetik resp. die Informationsgewinnung im Internet genutzt werden.

Vom Nischenmarkt zum Mainstream: der schwindende USP in der Naturkosmetik

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Melanie Almer, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Melanie Almer, Foto: Dirk Holst

Melanie Almer, Naturkosmetik-Konsumentin

  1. Naturkosmetik als USP ist zu wenig, es braucht mehr!
  2. Back to the roots: Naturkosmetik-Neukunden muss Basiswissen vermittelt werden.
  3. Content Marketing und Story Telling: die Geschichte hinter einer Marke macht sie einzigartig.
  4. Emotionen: USP einer Naturkosmetikmarke ist bestimmt von Emotionen die der Konsument damit verbindet (auch im Institut und Spa).
  5. Werte: wofür steht die Marke, das Produkt? Authentisch, transparent, ehrlich, glaubhaft – die Identifikation des Kunden als reason to buy.

Kann Naturkosmetik einen gesellschaftlichen Wandel bewirken?

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Jörg von Kruse, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Jörg von Kruse, Foto: Dirk Holst

Jörg von Kruse, i+m NATURKOSMETIK BERLIN GmbH

  1. Die Naturkosmetikbranche ist die „lahme Ente“ innerhalb der Biobranche: Impulse in puncto Nachhaltigkeit, Bio, Fair Trade oder Vegan kamen und kommen durchgängig aus dem Food-Bereich.
  2. „Wer nicht gut kontrolliert, strengt sich nicht an“: Eine Ursache für diese „Nachhaltigkeitsschwäche“ ist die – im Vergleich zum Food-Bereich – geringere Konsumentenkontrolle. Diese wird einerseits durch schwer überprüfbare Qualitätskriterien verursacht und entsteht andererseits durch den Umstand, dass die Kundinnen für die Schönheit eher bereit sind, Kompromisse in puncto Nachhaltigkeit/Bio einzugehen und weniger genau hinsehen, als im Food-Bereich.
  3. Die „Nachhaltigkeitsschwäche“ der Naturkosmetik wird auch durch den stetig zunehmenden Einfluss der konventionellen Kosmetik verursacht. Deren Charakteristika sind: hoher Marketinganteil, geringe Ethik, extremer Verpackungsaufwand, exzessive Wirkungsversprechen.
  4. Die Naturkosmetikbranche könnte aktiver die Bio-Branche voranbringen, wenn sie sich stärker zusammenschließen würde.
  5. Inhaltliche Impulse könnten von der Naturkosmetik insbesondere zu Themen wie neues Schönheitsideal, neuer Luxusbegriff und Fair Trade kommen.

PR und Blogger Relations: Neue Trends in der Kommunikation

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Imke Sturm, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Imke Sturm, Foto: Dirk Holst

Imke Sturm, STURM! PR

  1. Blogger Relations und Social Media sind die Marketingkanäle der Zukunft.
  2. Häufigkeit ist nicht gleich hohe Aufmerksamkeit.
  3. Blogger: Ausgewählte Kontakte wichtig. Format muss zum Produkt und zur Zielgruppe passen.
  4. Weniger ist mehr: Overflow lässt Glaubwürdigkeit sinken.
  5. Shitstorm ist nicht gleich Shitstorm. Es gibt große und kleine.

Bio Cosmetics Customer – Gestern, Heute, Morgen,…

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session Beate Smelter und Claudia Wieger, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session Beate Smelter und Claudia Wieger, Foto: Dirk Holst

Beate Smelter und Claudia Wieger, KompetenzWerk

  1. Blau, Rot, Grün: Typgerechte Beratung ist wichtig.
  2. Kundenorientierung ist wichtig zur Kundenbindung.
  3. Transparenz der Produkte (Inhaltsstoffe, Herkunft,..) ist wichtig. Das Alleinstellungsmerkmal der Produkte muss herausgearbeitet werden.
  4. Kompetenz und Fachwissen ist wichtig für die Kundenbindung und unterscheidet das Fachgeschäft vom Online- und Drogeriehandel.
  5. Kunden mit Leidenschaft begeistern: Hackepeter-Gehabe verlassen, auf das Besondere konzentrieren und eine Wärmebrücke aufbauen.

Naturkosmetik 2.0 – Nachhaltig kommunizieren im WWW

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session David Faber und Lisa-Marie Leitner, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session David Faber und Lisa-Marie Leitner, Foto: Dirk Holst

Lisa-Marie Leitner und David Faber, Peritus Webdesign

  1. Online Marketing darf nicht „nebenbei“ passieren, sondern bedarf einer Strategie.
  2. „Echte Menschen im Netz“: Authentizität, Ehrlichkeit, echte Einblicke.
  3. Webseite: kein einmaliger Aufwand, sondern laufendes Engagement.
  4. „Social“ auf die eigene Webseite holen, Traffic, SEO, unabhängig von Plattformen.
  5. Aktualität, Technologie und SEO sind wichtige Faktoren, aber nicht nur für Google, sondern auch für die User.

Erfolgreich mit Naturkosmetik: Kann ein Kosmetikinstitut ausschließlich Naturkosmetik anbieten?

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Anna Kopp, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Anna Kopp, Foto: Dirk Holst

Anna Kopp, Anna Kopp Kosmetik

  1. Naturkosmetik und Lifestyle stehen nicht mehr im Widerspruch, sondern sind mittlerweile eng miteinander verbunden und verknüpft.
  2. Durch die Liebe zum Beruf und zum Detail, durch die Aufmerksamkeit und Zeit, die man dem Kunden schenkt, wird Naturkosmetik neu präsentiert.
  3. Durch Authentizität gepaart mit Fachwissen und Stil kann der Verkauf von Naturkosmetik Produkten besser laufen.
  4. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Hotelgast und Studiogast. Studio wird zum Spa-Bereich, nur ohne Hotel. Mehr Erfolg durch mehr Zeit bei der Behandlung.
  5. Den Beruf lieben, mit Herz, Leidenschaft und Ehrlichkeit. Die eigene Einstellung zum Beruf und der Sinn der Naturkosmetik muss rüberkommen und ist die Basis des Erfolgs.

The Natural Scent Tour: Naturparfums erleben

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Bodo Kubartz, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Bodo Kubartz, Foto: Dirk Holst

Dr. Bodo Kubartz, Passion and Consulting

  1. Naturdüfte sind genauso komplex, wie konventionelle Parfums – es muss nicht immer Synthetik sein.
  2. Naturparfums haben Wirkung auf Psyche und Körper.
  3. Düfte beeinflussen uns in vielerlei Hinsicht und jeden individuell anders.
  4. Das bestehende Angebot an Naturparfums ist größer als gedacht.
  5. Düfte sind Emotionen pur.

Anti Aging oder natürlicher Wandel?

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Raimund Pirkl und Johannes Pieper, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Raimund Pirkl und Johannes Pieper, Foto: Dirk Holst

Johannes Pieper und Raimund Pirkl, Pieper Biokosmetik Manufaktur GmbH, Facebook

  1. Die Natur ist das beste Kosmetiklabor.
  2. Anti-Aging ist ein leeres Versprechen der Industriekosmetik.
  3. Vielstoffgemische als Wirkstoffe der Natur.
  4. Silikone sind die Antwort der konventionellen Kosmetik.
  5. Besondere Pflegebedürfnisse alternder Haut: Bio-Rohstoffe.

Faszination Pflanzenöl – Basis der Naturkosmetik

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Franziska Breisinger und Maria Holzner, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Franziska Breisinger und Maria Holzner, Foto: Dirk Holst

Franziska Breisinger und Maria Holzner, All Organic Trading

  1. Pflanzenöle sprechen alle Sinne an – sinnlich!
  2. Geschmäcker sind verschieden: individuelles Empfinden!
  3. Vielfalt – Unterschiede.

Ladengeschäft und Onlineshop: Technik, Finanzen und Verzahnung

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session Uwe Schürmann, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session Uwe Schürmann, Foto: Dirk Holst

Uwe Schürmann, Die Naturdrogerie

  1. Thema äußerst umfangreich.
  2. Je nach Ziel und Nutzung des Onlineshops ist ein dedizierter Leistungs- und Nutzungsvergleich notwendig.
  3. Immer nach Konzeption entscheiden.
  4. Große Diversität an Möglichkeiten.
  5. Komplexes Thema, komplexe Kostenstruktur.

Vegan leben – vegan pflegen. Wie beeinflusst der Lebensstil die Kosmetikwahl?

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session Beate Vogel, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session Beate Vogel, Foto: Dirk Holst

Beate Vogel, Naturkosmetik Verlag

  1. Stichwort Vegan: immer noch viele Unklarheiten und Missverständnisse, hinsichtlich Lebensstil, Kosmetik, Naturkosmetik, vegane Naturkosmetik
  2. Siegel sind wichtig.
  3. Ernährung beeinflusst Wahl der Kosmetik.
  4. Veganer kauft Naturkosmetik wegen Verträglichkeit und aufgrund der Tatsache, dass sie frei von Stoffen ist, die in veganer Kosmetik enthalten sein können.
  5. Markenimage zählt und ist entscheidend für den Verbraucher.

Risiken oder Chancen!? Die ISO-Naturkosmetiknorm 16128 bedeutet neue Herausforderungen!

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Günter W. Reichelt, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Günter W. Reichelt, Foto: Dirk Holst

Günter W. Reichelt, www.kosmetikanalyse.org, www.inhaltsstoffe-geprüft.com

  1. ISO bringt Gefahren: Veränderungen und Verschiebungen im Markt.
  2. Naturkosmetik muss sich neu bzw. verändert positionieren und Herausforderung annehmen.
  3. Nur Natur reicht nicht. Mehr die Wirkung in den Vordergrund stellen.
  4. Mehr Transparenz bei der Qualität, da die konventionelle Kosmetik das nicht kann.
  5. Naturkosmetik kann mehr als nur natürlich.

Was der Kunde nicht kennt, kauft er nicht

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Carolin Mündemann, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Carolin Mündemann, Foto: Dirk Holst

Carolin Mündemann, Serendipity Cosmetics

Vertrauen schaffen….

  1. …durch Authentizität.
  2. …auf der persönlichen Ebene.
  3. …durch fragende Beratung (Coaching).
  4. …ohne Verkaufsabsicht im Vordergrund.

Postwachstum in einer Luxus-Branche: Utopie oder Chance?

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Sophie von Lilienfeld-Toal, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Sophie von Lilienfeld-Toal, Foto: Dirk Holst

Sophie v. Lilienfeld-Toal, CSE, www.angewandte-wirtschaftsethik.org, www.naturkosmetik-zertifizieren.de

  1. Postwachstum wird kommen (müssen), die planetarischen Grenzen sind überschritten.
  2. Politik muss sich vorreitend bewegen und das Marktversagen ausgleichen, weil…
  3. …das Konsumieren eine starke emotionale Komponente hat.
  4. Baustelle insgesamt: Die Wirtschaft muss es nicht nur anders machen, sondern auch kommunizieren, dass sie es anders macht.
  5. Konkrete Baustelle für Naturkosmetik: nachhaltige Verpackung und die „schmackhaft-Machung“ für den Verbraucher.

Verkaufen um jeden Preis?

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Bettina Bockhorst, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Samstag, Session Bettina Bockhorst, Foto: Dirk Holst

Bettina Bockhorst, bb marketing affairs

  1. Das Wissen um die Dinge und Produkte, ihre Bestandteile, ihre Verarbeitung und Zubereitung, also ihre „inneren Werte“ sind der neue Luxus unserer Zeit.
  2. Wird Qualität verständlich und überzeugend/authentisch kommuniziert, erfährt sie Wertschätzung.
  3. Durch ein ähnliches Stil- und Qualitätsbewusstsein werden Kunde und Händler „Gleichgesinnte“, sie kommunizieren auf Augenhöhe.
  4. „Verschlichterung“: Wir brauchen keine Aufwertung über Statussymbole (mehr). Wir trauen uns, nichts mehr zeigen zu müssen!
  5. Werte statt Preisargumentation: Naturkosmetik wird über ihren Wert, nicht über ihren Preis ver- und gekauft!

Generation Y – der Markt der Zukunft für gesunden Lifestyle?

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session Hildegard Dorn-Petersen, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session Hildegard Dorn-Petersen, Foto: Dirk Holst

Hildegard Dorn-Petersen, hotel consult

  1. Der Tisch für die Generation Y ist bunt und voll gedeckt – bedient wird nach Lust und Laune.
  2. Generation Y ist immer auf der Suche – wenig Markentreue
  3. Wichtig: Storytelling
  4. „Die Generation Y“ gibt es nicht: sie ist vielschichtig.
  5. Spa und Wellness ist ein großer Zukunftsmarkt: Chance auch für die Naturkosmetik

Netzwerken und kooperieren – aber natürlich!

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session Natalija Tschelej-Kreibich, Foto: Dirk Holst

NaturkosmetikCamp 2015, Sonntag, Session Natalija Tschelej-Kreibich, Foto: Dirk Holst

Natalija Tschelej-Kreibich, RAST! Natural Beauty

  1. Kooperationen sind wichtiger als „direkter Verkauf“.
  2. Ideenaustausch bringt Leute aus verschiedensten Bereichen zusammen.
  3. Geringe Hemmschwelle in kleinen Kooperationsgruppen: Man traut sich etwas Neues, auch einmal mit „den Anderen“ zu besprechen.
  4. Vertriebsförderung durch Netzwerken.
  5. Es muss Spaß machen – Gewinn entsteht dadurch sicher.