2014Bad Häring, Tirol, 27. - 29. Juni

Thesen und Ergebnisse NaturkosmetikCamp 2014

Hier haben wir die Ergebnisse der einzelnen Sessions vom NaturkosmetikCamp 2014 in Bad Häring am 29.6. zusammengefasst. Diese Thesen aus Sicht der TeilnehmerInnen und der SessionleiterInnen spiegeln die wichtigsten Erkenntnisse der jeweiligen Session wider.

Wohin entwickelt sich der Naturkosmetikmarkt? Zwei Trendpole aus Sicht einer Bloggerin, Julia Keith, Beautyjagd

  1. Tradition und Innovation schließen sich bei der Naturkosmetik nicht aus
  2. Mutige Konzepte werden die Naturkosmetik voranbringen
  3. Die Balance zwischen Innovation und Tradition muss auf die Zielgruppe abgestimmt sein
  4. Kosmetiktrends werden auch im Internet gemacht
  5. Globale Trends werden eher von Handelsmarken als von traditionellen Naturkosmetikmarken gemacht

Hands-On-Workshop: Gute Marken werden zu emotionalen Marken – mit Service Design! Maria Angerer, Projekte Angerer

  1. Gefühle wecken erfordert, den Kunden und seine Gefühle zu verstehen. Empathie entscheidet über das Kundenerlebnis
  2. Kundensicht und Unternehmenssicht decken sich oft nicht
  3. Zufriedenheit beim Kunden ist kein Zufall, sondern das Ergebnis strukturierten Vorgehens
  4. Transport der Werte am POS ist eine Herausforderung
  5. Service-Design-Modell ist ein praktischer und günstiger Ansatz zum Einsetzen auch in kleinen Unternehmen

Zukünftige Definition von Naturkosmetik in Europa – Was wird aktuell diskutiert? ISO-Norm, Duftstoffverordnung u.v.m., Ulrich Heinze, UHC Chemieberatung

  1. Neue ISO-Norm ist Herausforderung, Risiko und Chance für echte Naturkosmetik
  2. Widerstand muss aber organisiert werden – Kritik an Labels (haben diese bisher versagt?)
  3. Kritik an Vorgehen der EU?
  4. Plädoyer für eine gesetzliche Definition von Naturkosmetik, um das Greenwashing trocken zu legen
  5. Wir sollten nicht resignieren!

Historisches und Aktuelles zum Naturkosmetikmarkt in Europa, Beate Vogel und Elfriede Dambacher, Naturkosmetik Verlag

  1. Erstaunliche Entwicklung des Naturkosmetik-Marktes von der Nische zum Premium-Segment
  2. Geschichtsbewusstsein und Besinnung auf die Wurzeln sind wichtig
  3. Der Naturkosmetik-Markt ist optimistisch. Authentizität und Glaubwürdigkeit sind entscheidend
  4. Es ist noch „Luft nach oben“
  5. Nur gemeinsam geht es in die Breite – eine starke Lobby fehlt noch

Lust auf Umsatz? Sehnsucht wecken – Brücken bauen – Wünsche stillen, Sonja Seirlehner, Akademie Pesermo

  1. Sehnsüchte wecken und auch erfüllen
  2. Aktives Marketing ist heute auch mit kleinem Budget möglich
  3. Werte durch Philosophie vermitteln
  4. Verkaufen heißt, die Bedürfnisse seiner (zukünftigen) Kunden zu kennen
  5. Kommunikation ist das A und O

‘Naturkosmetik’, ‘Naturkosmetik mit Bioanteil’ und ‘Biokosmetik’: Richtlinien und Siegel, Maria Pieper, Pieper Biokosmetik Manufaktur GmbH

  1. Naturkosmetik wir nach internationalen Standards geregelt
  2. Richtlinien und Siegel sind ein sehr komplexes Thema
  3. ÖLMB (Österreichisches Lebensmittelbuch) ist sehr streng
  4. „Frei von Tierversuchen“ oder „frei von Parabenen“ sind lt. der EU Kosmetikverordnung für Naturkosmetik verboten, weil diese Claims eine Selbstverständlichkeit ausdrücken.
  5. Nicht nur erlaubte Rohstoffe sondern auch Verarbeitungsschritte berücksichtigen

Nachhaltigkeit leben – was bedeutet das? Anke Boy, SPEICK Naturkosmetik

  1. Marke muss authentisch sein und ihre Werte leben, um in allen Bereichen einen konsequenten nachhaltigen Weg zu gehen
  2. Nachhaltigkeit ist auch konsequent machbar
  3. Ökologische Nachhaltigkeit bewährt sich – Chapeau!
  4. Gewinnorientiertes Wirtschaften ohne Ausbeutung von Mensch und Natur
  5. Vereinfachen und Besinnen auf das Wesentliche: eine Pflanze – ein Programm

Natur und Duft – neue Chancen, neue Wege, Dr. Bodo Kubartz, Passion and Consulting

  1. Der Markt für reine Naturparfums steht noch am Anfang
  2. Im Vergleich zum wachsenden Naturkosmetikmarkt wird der Markt für Naturparfums (erst noch) verhalten wachsen
  3. Der Markt für Naturparfums funktioniert anders als der für Naturkosmetik (Stichwort: Emotionalität + Kaufentscheidung am POS)
  4. Handlungsbedarf besteht insbesondere im Handel, was Affinitätsbildung, Aus- und Weiterbildung sowie Training des Verkaufspersonals angeht
  5. Es gibt Potential, natürliche Inhaltsstoffe als Storyteller in der Parfummarkenkommunikation aufzunehmen

Totale Transparenz für den Konsumenten – Kompromisslose Qualität vs ‘Greenwashing’, Michael Pfister, Pure Green Group

  1. Verbraucher sind verwirrt – wie kann man Klarheit schaffen?
  2. Starke gemeinsame Interessensvertretung ist erwünscht
  3. Mehr miteinander – nicht Krieg der Labes gegeneinander
  4. Schulungen sind wichtig
  5. Ist ein Siegel ein Kaufargument? Wenn ja, wieviel %

Gemeinsam stark: “Working Partnerships” in der Kommunikation, Jenny Pohl, carl.com GmbH

  1. Synergien nutzen – gemeinsam stark
  2. Ideal für Startups
  3. PR muss nicht teuer sein
  4. Neue Wege gehen
  5. Neuer Horizont für Marken-PR

Von der Idee zum Rohstoff – wie werden neue Bio-Rohstoffe entwickelt? Maria Kaiser, kaiserqualitaet

  1. Zertifizierungen alleine sind nicht ausreichend
  2. Auf die Rohstoffqualität achten – das ist eine wunderbare Möglichkeit, die Firmenphilosophie an den Verbraucher zu bringen
  3. Das faire Verhalten sollte nicht bei den Lieferanten aufhören, sondern durchgehend spürbar sein – auch im Verhalten der Verbraucher am Point of Sale
  4. Hochwertige Rohstoffqualität und neue Verfahren sind für Bio-Rohstoffe im globalen Zusammenhang notwendig

Wie viel Natur(-Kosmetik) braucht ein Spa? Sylvia Glückert, WellConsult

  1. Der Spa-Markt befindet sich in der Reifephase. Spa-Anlagen müssen Alleinstellungsmerkmale finden oder gehen in der Masse des Angebots unter
  2. Wenn ich mich für ein Green-Spa entscheide, muss ich als Gastgeber dahinter stehen und konsequent sein und auch bleiben
  3. Wir sind die Marke! Das Hotel bzw. das Spa sollte sich als Marke darstellen und nicht die Brands, mit denen es arbeitet
  4. Der Erlebnisfaktor hat eine große Bedeutung. Servicequalität und Authentizität werden über den Erfolg eines Konzepts entscheiden. Behandlungsrituale und Zeremonien sind im Spa wichtig.
  5. Gesunder Schlaf wird zu wenig berücksichtigt. Elektrosmog im Spa und Hotelzimmer solle vermieden werden. Tipps für richtiges Schlafen
  6. Hochpreisige Naturkosmetikmarken aus dem Luxus-Segment sind neuer Trend im Spa

Grüne Naturkosmetik für alle!? Kompromiss oder Verantwortung?, Stephan Becker, cosmondial GmbH & Co. KG

  1. Naturkosmetik ist kein Nischenmarkt (bzw. soll es nicht mehr sein)
  2. Naturkosmetik kann glaubhaft im Preiseinstieg sein
  3. Einstiegsoptionen für jüngere Menschen
  4. Dadurch wird auch der Weg für ein weiteres Angebot im Naturkosmetik-Segment geebnet

Öle in ihrer unglaublichen Vielfalt – Basis der Naturkosmetik, Franziska Breisinger und Maria Holzner, All Organic Trading

  1. Der Biokosmetik gehört die Zukunft – gerade Angesichts der mehr und mehr verwässerten Naturkosmetik
  2. Ohne die sorgfältige Verarbeitung und die Vielfalt der Öle wäre Naturkosmetik nicht denkbar
  3. Nachhaltigkeit, Ethik, Bio
  4. Wissen über Vielfalt und Qualität notwendig
  5. Qualität ist die Basis

Ethisch und Ethnisch inspirierte Naturkosmetik als ganzheitliches Erlebnis im SPA, René Pier, schienbein+pier

  1. Individuelle, regional inspirierte Naturkosmetik für Hotels, internationale Naturkosmetik für Day Spas
  2. Tolle Marken haben tolle Geschichten – verstehen, wo Produkte herkommen
  3. Sei gut zu Dir und anderen!
  4. Authentisches Storytelling, authentisches Marketing, authentische Produkte
  5. Förderung von Frauen – Förderung der nachhaltigen Produktion

Naturkosmetik verbindet – die Brücke von lokalem Einzelhandel zum Online-Shop, Uwe Schürmann, Die Naturdrogerie

  1. Einzelhandel und Onlinehandel gehen Hand in Hand
  2. Kundenorientierung ist an allen Stellen (also stationär und online) der wichtigste Aspekt – Mehrwert durch Dienstleistung
  3. Onlineshop ist kein Selbstläufer – ständig bewerben, aktualisieren und verbessern
  4. Kundenberatung sollte sowohl im Laden als auch im Onlineshop kompetent, umfangreich und herstellerübergreifend sein
  5. Alles ist kopierbar – die Firmenkultur nicht!

Neuer Rohstoff für Kosmetik: Ein ‘lagerstabiles kolloidales Netzwerkes aus polymeren Naturmineralen (Mineralkomposit)’, Dorothea Janke, Helmuth Focken Biotechnik e.K

  1. Nicht die chemische Zusammensetzung (INCIS) sind für die gesundheitliche Wirksamkeit der Naturminerale entscheidend, sondern die komplexe räumliche Anordnung der Bausteine
  2. Gesetzesanpassung notwendig für kolloidale Forschung
  3. Der Abbau der Naturminerale für das Mineralkomposit erfolgt selektiv – keine aggressiven Mahlverfahren müssen eingesetzt werden
  4. Biologische Testungen belegen die biologische Wirksamkeit
  5. Wissenschaftliches Fundament ist notwendig